SPD Herrenberg: Billiges Einzelfahrtticket muss bleiben

Irritationen rund um den ÖPNV im Herrenberger Stadtverkehr

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    Die Herrenberger SPD fordert, Einzelfahrten mit Bus für 1,80 Euro wieder anzubieten Foto: Archiv

Artikel vom 09. Januar 2019 - 18:00

HERRENBERG (red). Die SPD in Herrenberg fordert, dass der bisher geltende Stadttarif für Einzelfahrten mit dem Omnibus zum Preis von 1,80 Euro wieder anzubieten ist. Das seit Jahresbeginn neu eingeführte Stadt-Tagesticket für 3 Euro und die für Herrenberg bezuschusste Monatskarte sollten das bisherige tarifliche Angebot ergänzen - aber keinesfalls ersetzen.

Prinzipiell hält es die SPD für gut und richtig, im Zuge der Maßnahmen zur Stickoxidreduktion den Busverkehr in Herrenberg günstiger zu machen. Allerdings, so Fraktionsvorsitzender Bodo Philipsen in einem Schreiben an die KRZ, sorge die neue Tarifierung seit Jahresanfang für Irritationen. Hier möchte die Fraktion mit einem Antrag zum Haushaltsplan nachbessern.

"Die Abschaffung des vergünstigten Einzeltickets führt teilweise zu Mehrkosten für die Bürger oder gar zu einer anderen Verkehrsmittelwahl." Auf einem guten und langen Weg zu mehr Fahrgästen im Stadt- und Regionalbus sei dies "ein Rückschritt", so Philipsen.

Für eine Herrenberger ÖPNV-Imagekampagne sei eine Abschaffung des vergünstigten Einzelfahrscheins kontraproduktiv: "Wenn das Smartphone die jeweils sinnvollste Verbindung digital anzeigt, sollen dabei auch Einzelfahrten empfohlen und zum günstigeren Preis angeboten werden", meint die Herrenberger SPD.

Das neue, vergleichsweise sehr günstige Tagesticket könne nicht alles auffangen, wo bislang nur ein vergünstigtes Einzelticket gekauft worden war. 1,80 Euro für die Einzelfahrt erscheinen den Genossen beim Preis von 3 Euro fürs Tagesticket als angemessen. Ein relativ teures Einzelticket könne dagegen dazu führen, das im Einzelfall gar nicht mehr auf den ÖPNV zurückgegriffen werde.

Bedarf an günstigen Einzelfahrttickets hat die SPD durchaus diagnostiziert - vom einfachen Einkaufsspaziergang in die Altstadt über eine Weiterfahrt mit der Bahn bis hin zum alkoholisierten Fahrer, der sein Auto vernünftigerweise lieber stehen lässt. . .

Zur Finanzierung des vergünstigten Einzeltickets wird vorgeschlagen, vorgesehene Zuschussgelder für die Tages- und Monatstickets umzuschichten.

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