Reichlich Ideen für besseren Verkehrsfluss

Das Herrenberger Mobilitätsforum hat zum dritten Mal getagt und dabei über zahlreiche konkrete Vorschläge diskutiert

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    Die Teilnehmer des dritten Mobilitätsforums haben sich intensiv mit Fragen zur Zukunft des Herrenberger Verkehrs beschäftigt Foto: red

Der Integrierte Mobilitätsentwicklungsplan (IMEP) gibt den Handlungsrahmen für die Zukunft der Mobilität in Herrenberg vor. Knapp 30 Vertreter aus Verbänden, Vereinen, Gemeinderatsfraktionen und des Landkreises haben sich unlängst getroffen, um beim dritten Mobilitätsforum ihre Anregungen und Ideen einzubringen.

Artikel vom 03. Dezember 2018 - 16:36

HERRENBERG (red). "Ziel des heutigen Abends ist es, den aktuellen Stand beim IMEP, den wir mit Bürgern, Gemeinderat, Planungsbüro, den Jugendlichen und der Verwaltung erarbeitet haben, mit den Teilnehmenden des Mobilitätsforums nochmals abzustimmen", sagte Herrenbergs Erster Bürgermeister Tobias Meigel bei der Begrüßung. Er skizzierte kurz den aktuellen Stand in Sachen Mobilität in Herrenberg. So hatte der Gemeinderat im Oktober für die weitere Ausarbeitung des IMEPs das verkehrliche Leitbild und zehn Handlungsfelder sowie im November die Maßnahmenpakete zur Modellstadt Saubere Luft beschlossen. Ziele und Handlungsfelder dieses Leitbilds wurden unter Beteiligung verschiedener gesellschaftlichen Gruppen in den Mobilitätsforen und im Planungscafé Anfang Februar 2018 entwickelt. Wichtig sei dabei die Vernetzung der verschiedenen Mobilitätsformen Fußgänger-, Fahrrad-, Kfz- und Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV), so dass ein Umstieg von einem Verkehrsmittel auf ein anderes leichtgemacht wird. Besonders gefördert werden soll der Umweltverbund, bestehend aus Fußgänger- und Fahrradverkehr sowie dem ÖPNV.

Aufgabe der insgesamt drei Mobilitätsforen war es, zunächst den Ist-Zustand der Verkehrssituation in Herrenberg zu bewerten und daraus neue Ansätze zu entwickeln. Die gemeinsam erarbeiteten Lösungsansätze wurden mit den Vertreterinnen und Vertretern der verschiedenen Interessensgruppen wie etwa dem ADFC und dem ADAC, dem AK Energie, dem AK Teilhabe, dem Stadtjugendring und dem Stadtseniorenrat diskutiert.

Park-Leit-System und Fahrradstraßen

Das Büro Brenner Bernard stellte bei dem jüngsten Treffen in einer ausführlichen Präsentation die unterschiedlichen Handlungsfelder und die darin enthaltenen konkreten Maßnahmenvorschläge vor, die bis etwa 2030 realisiert werden können. Die Förderung des Radverkehrs soll durch ein geschlossenes Alltagsroutennetz und die Umsetzung von 154 infrastrukturellen Verbesserungsvorschlägen erfolgen. Vorgeschlagen wird beispielsweise die Einrichtung von Fahrradstraßen (möglicherweise in der Gültsteiner oder Stuttgarter Straße). Beim Fußgängerverkehr sollen die Querungsmöglichkeiten der Hauptstraßen verbessert werden, wobei die Barrierefreiheit im Vordergrund steht. Leitrouten von den Parkierungseinrichtungen in die Altstadt sollen ebenso geschaffen werden wie so genannte Willkommensinseln an den wesentlichen Parkierungseinrichtungen.

Das Bussystem soll unter anderem, wie beschlossen und ab kommender Woche realisiert, durch die Anschaffung eines dritten Stadt-Busses und durch den Ersatz der heutigen Ruftaxis durch einen regulären Linienbetrieb verbessert werden (die Kreiszeitung berichtete). Das Busfahren soll zudem ab 1. Januar 2019 durch günstigere Tarife attraktiver werden. Darüber hinaus gibt es Vorschläge zur Reduzierung des Lieferverkehrs, zur Kommunikation, zum Mobilitätsmarketing und zur Schaffung einer vollwertigen Mobilitätsstation am Bahnhof.

Intensiv mit den Forumsteilnehmenden diskutiert wurde über die Fragen, ob weitere Stellplätze für den Kfz-Verkehr geschaffen werden sollen, so das Parkhaus Hindenburgstraße. Und ob mutigere Schritte sinnvoll wären, um die Verkehrssituation in Herrenberg zugunsten des Umweltverbundes zu verbessern. Bürgermeister Meigel verdeutlichte, dass es zunächst um die inhaltliche Zielerreichung und erst dann um eine prozentuale Betrachtung der einzelnen Verkehrsmittelnutzungen geht. Wichtige Anregungen gab es auch im Bereich der Radverkehrsplanung. Besonders erwähnt wurde eine klar im Straßenraum erkennbare Radverkehrs-Infrastruktur. Meigel dankte den Anwesenden für die intensive und hilfreiche Unterstützung im IMEP-Prozess und schloss die Veranstaltung mit dem Ausblick auf die weiteren Termine. Der Gemeinderat soll schließlich am 26. März 2019 den IMEP beschließen. Vor der Beschlussfassung stehen neben einer Weichen stellenden Gemeinderatsklausur im Februar ein öffentliches Planungscafé Anfang Januar und ein Runder Tisch Radverkehr Anfang Februar im Kalender.

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