Grünes Licht für Parkhaus-Pläne

In Herrenberg soll neue Anlaufstelle für Pendler von der Hindenburgstraße aus angefahren werden können

Artikel vom 19. November 2018 - 17:06

Von Käthe Ruess

HERRENBERG. Wie schon in der Vorberatung, formulierten mehrere Gemeinderäte bei ihrer jüngsten Sitzung erneut Vorbehalte und Bedingungen in Bezug auf das neben der Volksbank und vor der Albert-Schweitzer-Schule geplante Park- und Geschäftshaus in der Hindenburgstraße. Dennoch sprach sich das Gremium dafür aus, die nächsten, vorbereitenden Schritte zu gehen.

Einstimmig fiel das Votum für die dreispurige, an einer Stelle gebündelte Ein- und Ausfahrt von der Hindenburgstraße mit Ampelanlage aus, über die das neue Parkhaus und die Volksbank-Parkplätze erschlossen werden könnten. Letztere waren bisher über die Moltkestraße anfahrbar. Dadurch würde die Moltkestraße vom Parksuchverkehr entlastet und diese könnte so eine stärkere Bedeutung für die Fußgänger- und Radverkehrsbeziehung in Richtung Süden bekommen.

Außerdem bekam die Verwaltung grünes Licht dafür, eine Projektgruppe mit den Anrainern der Moltkestraße und einem zukünftigen Investor, den die Verwaltung noch bis zum Ende dieses Jahres finden will, einzurichten. Dort sollen bis Februar 2019 städtebauliche, verkehrstechnische und grundstücksrechtliche Rahmenbedingungen geklärt werden. "Es gibt noch keinen Planentwurf, lediglich Planskizzen", unterstrich Herrenbergs Oberbürgermeister Thomas Sprißler erneut. Daher würden mit der Zustimmung, bei der es in erster Linie um die rechtliche Absicherung gehe, an dieser Stelle noch keine Vorfestlegungen getroffen.

Dennoch äußerten sich mehrere Räte erneut inhaltlich zum Bauvorhaben: Eva Schäfer-Weber (Frauenliste) erneuerte die Befürchtung, dass die Albert-Schweitzer-Schule, insbesondere deren Schulhof, durch den Neubau beeinträchtigt werden könnte. Sie und weitere Räte bemängelten zudem, dass noch keine fertige Lösung für die direkte Fußgängeranbindung des Parkplatzes an die Altstadt vorliegt. In diesem Zusammenhang merkte Freie-Wähler-Rätin Gabriele Hüttenberger an, dass im Rat schon früher über einen wie auch immer gearteten Überweg an dieser Stelle gesprochen worden sei, weshalb bei der gegenüberliegenden Bebauung im Graben zur Hindenburgstraße hin eigens eine Lücke gelassen worden sei.

Einigkeit herrschte bei den Räten, dass mit dem neuen Parkhaus die weitgehende Autofreiheit im Graben kommen soll. Für SPD-Sprecher Bodo Philipsen sei dieses Ziel die Grundvoraussetzung, um dem Projekt, das für ihn eigentlich noch zu sehr das Auto im Mittelpunkt sieht, zustimmen zu können. Dem widersprach Hermann Horrer (CDU): Das Parkhaus sei insbesondere für Kunden und Besucher, die Herrenberg aus dem Süden anfahren, wichtig, da es für diese bisher nur unzureichende Parkflächen südlich des Reinhold-Schick-Platzes gebe. Ebenso wie der CDU-Sprecher befürwortet auch Thomas Deines (Freie Wähler) "die relevante Anzahl zentrumsnaher Parkplätze", die in seinen Augen, den Parkplatzsuchverkehr minimieren werden. Er regte an, den Parkplatzbedarf der Altstadtanwohner in diesem Neubau zu berücksichtigen. Dieser soll aus Sicht der Grünen ein "ökologisches Parkhaus" werden, wie Annegret Stötzer-Rapp angesichts des Baumbestands, der für das Vorhaben weichen müsste, forderte.

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