Herrenberg: "Aktiv gegen Müll" sucht weitere Mitstreiter

Erstes Vernetzungstreffen der Initiative in Herrenberg bringt viele Ideen

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    Solche Bilder sollen bald der Vergangenheit angehören: Wilde Müllhalden in Herrenberg will das Team "Aktiv gegen Müll" beseitigen F: red

Artikel vom 15. November 2018 - 18:01

HERRENBERG (red). "Kreative Aktionen statt Schimpfen mit erhobenem Zeigefinger": Das war eine der zentralen Aussagen beim Vernetzungstreffen von "Aktiv gegen Müll". Das Team Beteiligung und Engagement und das Amt für Technik, Umwelt, Grün (TUG) hatten gemeinsam zu einem ersten Treffen eingeladen und zwölf Interessierte waren dieser Einladung in den Klosterhofkeller gefolgt.

Herrenbergerinnen und Herrenberger - viele von ihnen Gassigänger mit Hund -, die nicht mit erhobenem Zeigefinger unterwegs sind, die aber auch nicht akzeptieren wollen, dass ihre Heimatstadt und die tolle Landschaft drum herum durch wilden Müll verschandelt wird, haben sich jetzt zusammengeschlossen. Sie sammeln auf ihren Spaziergängen auf, was andere achtlos weggeworfen haben und entsorgen den Müll über einen öffentlichen Mülleimer oder sogar in ihren privaten Tonnen. Auch die neuen digitalen Medien werden genutzt, um für ihr Engagement gegen Müll zu werben.

Dazu gehört Susanne Orlich, die auf ihrem Instagram-Account "Grüne Engel Herrenberg" (#grueneengelhbg) Menschenmotivieren will, eigene Lieblingsplätze in der Stadt müllfrei zu halten. Dazu gehören auch Susi und Frank Reiser, die mit einem Podcast (http://www.heimat-verliebt.de) regelmäßig Beiträge über plastikfreies Leben und schöne Orte im Gäu publizieren.

Neue Ideen ums Müllsammeln

"Natürlich können wir die Stadt bei der Stadtreinigung unterstützen und auf unserem Spaziergang Papierle aufsammeln", so eine Wortmeldung. "Doch damit ist es nicht getan." Vielmehr müsse man einen Mentalitätswandel anstreben und zwar mit Spaß an kreativen Aktionen: Wie wäre es mit einer Plogging-Aktion? Das ist ein neuer Trend in vielen Großstädten, bei dem Jogger-Gruppen auch Müll aufheben (Ploggen = Aufheben auf Schwedisch). Oder vielleicht könnte man bei der nächsten Markungsputzete, die am 6. April stattfindet, eine spielerische "Challenge" ausrufen: Wer den Müll mit dem ältesten Verfallsdatum findet, gewinnt einen Preis? Noch weitergedacht wären Aktionen die zur Müll-Vermeidung aufrufen: Die Idee eines "Reparatur-Treffs" aufgreifen und vorantreiben oder sogar die Eröffnung eines Unverpackt-Ladens in Herrenberg. Auf jeden Fall möchten alle weg vom "Erdnussdosen-Prinzip" - aufreißen, aufessen, wegwerfen -, formulierte ein Teilnehmer. Stattdessen hin zu mehr Achtsamkeit und letztendlich zu einem sorgsameren Umgang mit der Umwelt und der Natur.

Wie es mit der Gruppe "Aktiv gegen Müll" weitergeht? Bis zum nächsten Treffen sollen weitere Ideen gesammelt und natürlich auch weitere Mitstreiter gefunden werden. Als Koordinatorin konnte an diesem Abend Susanne Orlich gewonnen werden - zentrale Anlaufstation bleibt aber bis zum nächsten Treffen das Team für Beteiligung und Engagement.

Wer also Interesse hat, sich zu engagieren, kann sich unter Telefon (0 70 32) 20 18 97 1 oder unter BE@herrenberg.de per Mail melden, ein Kontakt zur Gruppe wird dann hergestellt. Ideen, aber auch Hinwiese zu wilden Müllablagerungen können über den digitalen Schadensmelder unter http://www.herrenberg.de/schadensmelder mitgeteilt werden.

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