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Gemeinderat geht höheres Tempo mit

Stadt Herrenberg drückt in Sachen Integrierter Mobilitätsentwicklungsplan aufs Gas: Vorgesehener Fahrplan wurde gestrafft

Artikel vom 29. Oktober 2018 - 16:06

Von Käthe Ruess

HERRENBERG. Der Integrierte Mobilitätsentwicklungsplan (IMEP) in Herrenberg soll schneller fertig werden als bisher geplant. Den Weg dafür ebnete der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung, indem er einstimmig das verkehrliche Leitbild und die daraus abgeleiteten Handlungsfelder verabschiedete.

Damit sind formal die ersten beiden der insgesamt vier Projektphasen abgeschlossen. Außerdem stimmte der Rat auch einem optimierten Zeitplan zu. Dieser sieht vor, dass der Gemeinderat bereits Ende März 2019 über das strategische Konzept, in dem der gesamtstädtische Handlungsrahmen für alle Formen der Mobilität für die nächsten zehn bis 15 Jahre abgesteckt werden soll, entscheidet. Bisher war der finale Beschluss erst im Juli 2019 vorgesehen. Das gestraffte Programm sieht laut Drucksache anstatt bis zu fünf Mobilitätsforen und drei Planungscafés jeweils nur ein Forum und Café vor.

Damit werde man nicht an Qualität verlieren, aber deutlich an Geschwindigkeit aufnehmen, hatte Baubürgermeister Tobias Meigel im Technischen Ausschuss eine Woche zuvor unterstrichen. Das höhere Tempo löste weder in der Vorberatung noch in der Gemeinderatssitzung Widerspruch aus. Dagegen machten Äußerungen quer durch alle Ratsfraktionen deutlich, dass die Räte ungeduldig auf konkrete Antworten warten.

Die bekommen sie zumindest für die kurzfristigen Vorhaben, die Herrenberg als Modellstadt des Bundes für saubere Luft (die KRZ berichtete) plant, bereits im nächsten Monat. Denn für diese Maßnahmen soll bereits vorab ein Generalbeschluss gefasst werden.

Die verkehrlichen Maßnahmenbündel für den ganzheitlichen IMEP, in den auch die kurzfristig greifenden Modellstadt- und "Green Plan"-Maßnahmen eingebunden sein werden, werden aktuell aus den Handlungsfeldern weiterentwickelt, die auf dem Leitbild basieren. Abschließend wird deren verkehrliche Wirkung in Szenarien bewertet. Der Ausbau der Verkehrsmittel des Umweltverbundes und die Minderung der Trennwirkung der Hauptverkehrsachsen gehören dabei ebenso zu den zehn Leidbild-Grundsätzen wie die Stärkung des ÖPNV und neuer Mobilitätsformen. Auch der Ausbau der Fuß- und Radwegeinfrastruktur, die aktive Verkehrslenkung und -steuerung sowie die Unterstützung der Ziele des Luftreinhalte- und des Lärmaktionsplans sind Prämissen.

Die Handlungsfelder erstrecken sich von der systematischen Förderung von ÖPNV sowie Rad- und Fußverkehr, über die flächendeckende Neuordnung des ruhenden Verkehrs und die Organisation von betrieblichem sowie die Optimierung des fließenden Verkehrs, bis hin zur stadtverträglichen Umgestaltung von Straßenräumen, der Förderung neuer Mobilitätsformen und E-Mobilität sowie begleitender Marketingmaßnahmen.

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