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Beste Bedingungen für die Waldarbeiter

In Herrenberg ist in der Nähe des Naturfreundehauses der 1,68 Millionen Euro teure neue Fortbetriebshof eingeweiht worden

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    Einen Hefezopf-Schlüssel überreichte Herrenbergs Oberbürgermeister Thomas Sprißler (rechts) an Forstwirtschaftsmeister Jürgen Kleinbeck zur Einweihung des Fortsbetriebshofs Foto: Käthe Ruess

Artikel vom 18. Oktober 2018 - 16:30

Von Käthe Ruess

HERRENBERG. "Das Ergebnis kann sich nicht nur sehen lassen, sondern ist hervorragend", zeigte sich Herrenbergs Oberbürgermeister Thomas Sprißler bei der Einweihung des Forstbetriebshofs am Mittwochnachmittag begeistert. Mit dem neuen Domizil werde für die Arbeit der städtischen Forstwirte eine "völlig neue Dimension" erreicht.

Bisher musste die aktuell neunköpfige Waldarbeitergruppe, zu der neben Forstwirtschaftsmeister Jürgen Kleinbeck vier Forstwirte und vier Auszubildende gehören, ihren Arbeitsauftrag "unter schwierigen Bedingungen" verrichten, insbesondere dann, wenn die Sonne nicht wie am Einweihungstag strahlte. Denn an der Roßhauhütte gab es keinerlei Anschlüsse für Strom, Wasser und Abwasser. "Seit dem heutigen Tag haben wir Bedingungen in extrem guter Qualität", betonte Sprißler.

Sanitärräume, Umkleidemöglichkeiten, Büros und ein Pausenraum, der auch für Besprechungen geeignet ist, sind nun am neuen Standort, der sich in der Nähe des Naturfreundehauses auf dem Gelände der alten Pflanzschule befindet, im Betriebsgebäude untergebracht. Von diesem Kopfbau mit begrüntem Flachdach kommt man trockenen Fußes in das Werkstatt- und Garagengebäude, in dem neben den Transportern der Forstarbeiter auch der Rückeschlepper Platz findet. Eine laut Sprißler "hochmoderne Wildkühlkammer", die alle Hygienevorschriften erfülle, komplettiert das kompakte, in U-Form angelegte Gebäudeensemble.

Dafür, dass die Stadt Herrenberg, die mit 2000 Hektar Fläche größter kommunaler Waldbesitzer im Landkreis Böblingen ist, mit diesem Neubau auch ein Bekenntnis zur nachhaltigen Forstwirtsausbildung abgegeben, dankte Reinhold Kratzer, der Leiter des Kreisforstamtes, den Mitgliedern des Gemeinderats und der Stadtverwaltung. Er warf einen Blick auf die Planungsphase zurück: An deren Anfang stand die Idee, den Forstbetriebshof im Verband mit einem Waldpädagogischen Stützpunkt (WPS) zu errichten (die KRZ berichtete). Nachdem diese Pläne konkretisiert waren, wurde klar, dass rund eine Million Euro höhere Kosten als die prognostizierten 1,3 Millionen Euro auf die Stadt zukommen würden. Daher wurden die WPS-Pläne ad acta gelegt, wobei die vorhandene Freifläche durchaus eine spätere Realisierung zulassen würde.

An diesem Planungsneustart kam mit dem Gäufeldener Architekten Oliver Hess ein "Quereinsteiger" ins Spiel. Als er als Unbeteiligter über das Ursprungs-Projekt in der Presse gelesen habe, sei er ganz glücklich über die Beobachterrolle gewesen, denn mit dem Vorhaben könne man "nur auf die Nase fallen", gab er seine Gedanken preis. Inzwischen sei er froh, dass er die Herausforderung angenommen habe, als er die Anfrage bekommen habe. Insgesamt 30 Einzelgewerke hätten Anteil an dem jetzt sichtbaren Ergebnis, ließ Hess die siebenmonatige Bauzeit Revue passieren. Insgesamt zehn Tonnen Stahl, drei Kilometer Elektrokabel und 6,8 Kilometer Fassaden-Holzlatten seien dabei verbaut worden, nannte er einige markante Zahlen, wobei die wichtigste Information dabei die Kosten betraf: "Wir bleiben im Kostenrahmen von 1,68 Millionen Euro."

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