Eröffnung der 44. Herbstschau Herrenberg - Fotogalerie

Seit Freitag präsentieren sich 155 Aussteller auf dem Gelände der Stadt- und Mehrzweckhalle

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    Anfassen und ausprobieren: Bei der Herbstschau können Besucher die Angebote mit allen Sinnen entdecken Foto: Simone Ruchay-Chiodi

155 Aussteller präsentieren sich seit Freitag in und um die Stadt- und Mehrzweckhalle in Herrenberg bei der 44. Herbstschau. Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen strömten die Besucherscharen schon am Eröffnungstag.

Artikel vom 12. Oktober 2018 - 21:18

Von Sandra Schumacher

HERRENBERG. "Gerade in Zeiten der Globalisierung und Digitalisierung dürfen wir uns als regionale mittelständische Unternehmen nicht verstecken", betonte Dirk Graf, Vorstandsmitglied des veranstaltenden Herrenberger Gewerbevereins. Vor diesem Hintergrund unterstrich er den hohen Stellenwert der alljährlich stattfindenden Veranstaltung, die einerseits mit ihrer Angebotsvielfalt und der hohen Qualität der Produkte punkte, andererseits aber auch die positive Einstellung, die Kreativität und die Leistungsbereitschaft der Aussteller verdeutliche. "Hier können Besucher die Angebote mit allen Sinnen wahrnehmen und sich vor Ort in schöner Atmosphäre beraten lassen. In diesem Punkt ist die Herbstschau jedem PC überlegen."

Gerade weil die Anzahl an Fremdanbietern auf dem Markt sowie die Möglichkeiten, die das Online-Shopping biete, für kleinere Betriebe manchmal erdrückend scheinen, nutzte Graf die Möglichkeit für einen Appell an die anwesende Politprominenz des Kreises: Um die mittelständischen Unternehmen zu unterstützen bedürfe es einer nachhaltigen und mittelstandsfreundlichen Politik. "Denn die Mittelstandsunternehmen sind die Grundlage der heimischen Wirtschaft und tragen zur kommunalen Handlungsfähigkeit bei."

Gegengewicht zur Schnäppchenjägermentalität

Gleichzeitig rücke aber auch der Käufer selbst immer mehr in den Fokus: Wer sich ständig von Angeboten verführen lasse, brauche sich nicht zu wundern, wenn der lokale Einzelhandel verschwinde. Die Herbstschau als Schaufenster der Region stelle hier ein Gegengewicht zur Schnäppchenjägermentalität dar.

Auch wenn die Organisation in diesem Jahr Herausforderungen bereithielt, so Ausstellungsleiterin Claudia Gack. Zum einen habe die Parkplatzsituation wegen der weggefallenen Stellplätze durch den Baubeginn am Seeländer-Areal (die KRZ berichtete) ihr Kopfzerbrechen bereitet. Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Stadt habe jedoch jedem Unkenruf, die Herbstschau könne gar nicht stattfinden, ein Ende bereitet. Auch die höheren Auflagen beim Brandschutz hätten ihr Sorge bereitet. "Wo soll diese Bürokratisierung noch hinführen?", fragte sie in die Runde.

Die Problematik durch den Baustart am Seeländer könne er verstehen, sagte Herrenbergs Oberbürgermeister Thomas Sprißler. Allerdings dienten die zahlreichen Projekte wie das Seeländer-Areal selbst oder die innere Umgestaltung des Fruchtkasten, über die der Gemeinderat voraussichtlich in zwei Wochen abstimmen wird (die KRZ berichtete), letztlich als Stärkung für die Stadt. "Wir müssen mutige Schritte gehen und uns nicht gegen den Wandel stellen, sondern schauen, wie wir uns am besten positionieren", so der Rathauschef. Neben der Gestaltung der öffentlichen Räume bedürfe es aber auch neuer Wege und Ideen auf Seiten der Unternehmer, betonte Sprißler und nutzte an dieser Stelle noch einmal die Gelegenheit für einen Aufruf an die anwesenden Aussteller, sich im Citymarketing und -management Verein, der in vier Wochen gegründet werden soll, zu engagieren.

 

  Die 44. Herrenberger Herbstschau findet bis einschließlich Montag, 15. Oktober, statt. Geöffnet ist am Samstag und Sonntag jeweils von 10 bis 18 und am Montag von 10 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei. Am Samstag findet der 10. Energietag mit Klima-Aktiv-Markt im Funpark vor der Viehversteigerungshalle statt. Am Sonntag öffnen die Geschäfte beim verkaufsoffenen Sonntag.
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