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"Herrenberg Bleibt Bunt": Aktionsbündnis gegründet

Vereine, Institutionen und Politik machen sich gemeinsam stark für Dialog, Demokratie und Offenheit - Erste Aktion geplant

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    Eine erste Aktion des Bündnisses findet am Mittwoch, 3. Oktober, um 10.45 Uhr vor der Stadthalle in Herrenberg statt

Artikel vom 27. September 2018 - 20:59

HERRENBERG (red/kru). In Herrenberg wurde das Bündnis "Herrenberg Bleibt Bunt" gegründet. Es möchte laut einer Pressemitteilung Stellung beziehen gegen die Verbreitung von rechter Ideologie.

Das Klima in Deutschland und auch in Herrenberg sei geprägt von Unmut und wenig Gesprächsbereitschaft verschiedener gesellschaftlicher Gruppen. Die Demokratie werde vermehrt in Frage gestellt, statt konstruktive Dialoge zu führen und respektvollen Umgang mit verschiedenen Meinungen und Haltungen zu zeigen, schreibt das Bündnis. Unter diesem Eindruck stünden gesellschaftliche Errungenschaften wie Vielfalt, Meinungsfreiheit und Toleranz für Minderheiten auf dem Spiel. Um diesen Tendenzen angebracht zu begegnen, hat sich in Herrenberg das Bündnis "Herrenberg Bleibt Bunt" gegründet. Es möchte ein Zeichen setzen und Mut machen, sich zusammen statt gegeneinander für eine friedliche, offene Gesellschaft zu engagieren. Gemeinsam mit vielen Bürgern, dem Jugendhaus, dem Stadtjugendring, Vereinen, unter anderem dem VfL Herrenberg, sowie von politischer Seite aus den Freien Wählern, der SPD, Bündnis 90/Die Grünen, der FDP und der Frauenliste und mit Unterstützung der Kirchen sollen Dialog, Demokratie und Offenheit gelebt und öffentlich gezeigt werden. Auch Oberbürgermeister Thomas Sprißler steht hinter dem neuen Bündnis.

Eine erste Aktion ist am Mittwoch, 3. Oktober, um 10.45 Uhr vor der Stadthalle in Herrenberg geplant. Zeitgleich findet dort die Veranstaltung der AfD "Treffen christlicher Patrioten" statt. Das Bündnis lädt alle Menschen ein, friedlich ein buntes Fest für Demokratie zu feiern. Redebeiträge, Musikeinlagen, Diskussionen zu Demokratie, Tischkicker, Spiele für Kinder, Tanz und Kaffee und Kuchen sollen einladen, zusammen friedlich auf die Straße zu gehen. Weitere Aktionen sollen folgen. Alle, die für das Thema Toleranz, Frieden und Demokratie eintreten, sind aufgerufen, dem Bündnis beizutreten und sich an der Veranstaltung am 3. Oktober zu beteiligen.

Bürgerfrage im Gemeinderat zur AfD-Veranstaltung in Alter Turnhalle

Welche Beweggründe hat die Stadtverwaltung, um dem AfD-Ortsverband am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, von 10 bis 14 Uhr, die Türen der Alten Turnhalle für eine Veranstaltung mit dem Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann und Joachim Kuhs, dem Sprecher der "Christen in der AfD", unter der Überschrift "Treffen christlicher Patrioten" eine Plattform zu bieten? Diese Anfrage stellte eine Herrenberger Bürgerin im Rahmen der Bürgerfragestunde bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Die "Rechtmäßigkeit des Veraltungshandelns" gebiete dies, entgegnete Herrenbergs Bürgermeister Thomas Sprißler. Es könne nicht einer einzelnen Partei, die in verschiedenen Parlamenten vertreten sei, der Zugang zu öffentlichen Räumen verwehrt werden, erläuterte der Rathauschef weiter, auch wenn ihn das persönlich nicht freue. Die Herrenberger Bürgerin hatte ihre Anfrage in erster Linie auf die Geschäftsordnung der Alten Turnhalle gestützt. Laut deren Nutzungsbedingungen dient diese "überwiegend der kulturellen Begegnung der Einwohnerschaft". "Privatveranstaltungen sind hier ausgeschlossen", heißt es weiter.

 

  Infos zum Aktionsbündnis bei Martin Hering, E-Mail info@juha-herrenberg.de, Telefon (0 70 32) 93 86 15 oder bei Maya Wulz, E-Mail maya@wulz.de, Telefon (0 70 32) 7 51 30.
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