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Herrenberger Erntefest: Ernte gut, alles gut

Nur Regionales auf dem Teller: Herrenberger feiern zum 21. Mal ihr Erntefest zum Herbstbeginn - Trend geht zurück zu heimischen Sorten ohne chemische Behandlung

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    Passend zur Jahreszeit: Evelin Herrmann (Geschenkartikel Gebert, li.) überreicht ihren Kunden einen Kürbiskorb Fotos: Gaetano Di Rosa
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    Christoph Noppel (l.) mit schwäbischem Hugo
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    Mit dem Reitverein Herrenberg auf der Kutsche

Artikel vom 09. September 2018 - 17:17

Von Chiara Sterk

Es herbstet sehr: Der Herbst ist nicht mehr weit, vergangene Woche am 1. September war bereits der meteorologische Herbstanfang. Um den einzuläuten, fand am Samstag in Herrenberg das alljährliche Erntefest statt. Mit dabei waren zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe aus dem Gäu.

 

Musik zum Beginn: Mit einem Konzert des Kuppinger Musikvereins begann das Erntefest bereits am Morgen. Bis in den Nachmittag hinein konnte man zwischen dem Bronntor und dem Nufringer Tor bummeln, einkaufen, essen und sich beeindrucken lassen, was in der Umgebung an saisonalen und regionalen Produkten angeboten wird.

 

Runder Geburtstag: Organisatorin Charlotte Tremmel organisiert das Fest nun bereits im zehnten Jahr und freut sich jedes Mal, mit den Ausstellern zusammenzuarbeiten. "Das macht so Spaß, mit all den Leuten immer wieder zusammenzukommen und man lernt auch immer wieder neue Menschen kennen", schwärmte sie. Und freute sich auf den Tag und wünschte sich natürlich, dass möglichst viele Gäste aus Nah und Fern das Fest besuchen.

 

Leuchtend orange: Die verschiedenen Kürbissorten des Kuppinger Kürbishofs konnte man schon aus der Entfernung sehen, so leuchteten die Farben der rund 20 Sorten, die die Berstechers anbieten. Neben Kürbissen verkaufte die Familie auch hauseigene Zwetschgen und Äpfel.

 

Meisterbäcker: Chef der Bäckerei Baier, Jochen Baier, ist besonders stolz auf seinen Zwiebelkuchen mit Speck. Der, so erzählt der Meisterbäcker, werde hier immer noch nach Opas altem Rezept gemacht. "Das ist ein Mürbe-Hörnchen-Teig, also ein Teig wie man ihn auch für Croissants macht, mit gedünsteten Zwiebeln, Speck und einem Rahmguss", lüftete er das Geheimnis des besonders luftigen Teigs. Aber worauf die Gäste so richtig stehen, erzählt er, seien die Zwetschen-Datschi. Die macht er nämlich anders wie viele andere Bäckereien - aus einem Plunderteig mit Mandelcreme, frisch mit von Hand entsteinten Zwetschgen aus dem Ländle und oben drauf Zimt-Butter-Streusel. "Das ist das alte Rezept meiner Oma", erzählte Baier, der übrigens auch derzeitig amtierender Weltbäcker des Jahres ist.

 

Apfel-Vielfalt: Bei Bernhard Wanzki gab es zahlreiche Apfelsorten zu bestaunen, darunter auch einige aus dem 18. Jahrhundert. Alles was das Apfelherz begehrt sozusagen. Die 300 Sorten hat der Leonberger alle eigenhändig gesammelt, teils kommen sie aus Kasachstan und der Ukraine. Was aber ist das Besondere an den alten Apfelsorten? "Die Leute hatten schon früher einen guten Geschmack, was die Apfelsorten anging", erklärte Wanzki. "Und früher sortierte man mehr aus, als dass man züchtete, wie man es heute tut." Sprich: Man behielt die guten, die schlechten ließ man beiseite. Und die guten, die pflanzt man heute an. Neben Äpfeln bietet Wanzki auch Apfelsaft an, beispielsweise von den Obstwiesen der Bäuerin seines Vertrauens. Und die benennt Wanzki dann auch mal ganz ausgefallen als Sommertraum.

 

Erdäpfel-Vielfalt: Auch der Egeler Hof aus Gäufelden-Tailfingen war auf dem diesjährigen Erntefest vertreten. Besitzerin Eleni Egeler präsentierte stolz die zahlreichen Kartoffelsorten, die sie anbauen und verkaufen: "Dadurch, dass wir so viele Sorten anbauen, ist für jeden Geschmack was dabei." Mit dabei die Sorte Sieglinde, die gerade besonders gut laufe wie Egeler verriet. Und dann wär da noch die Lily, eine eher mehlige Sorte. "Aber auch die läuft sehr gut, weil der deutsche Markt was mehlige Kartoffeln angeht, momentan nicht so sehr gesättigt ist", sagte sie. Zum ersten Mal dieses Jahr verzichten die Egelers ganz auf Chemie, Mineraldünger und Kupfer zur Fäulnisbekämpfung. Und es läuft gut, wie man an der Ausbeute an Kartoffeln, Zwiebeln, Äpfeln und Birnen sehen kann.

 

Kunterbunt: Und auch für die ganz kleinen war beim Erntefest gesorgt. Passend zum Schulanfang nächste Woche konnten die Kleinsten Schultüten basteln oder kleine Holzfiguren, sich schminken lassen oder eine Runde durch die Stadt auf dem Pony reiten.

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