Herrenberg: Fairtrade-Workshops mit Bananologen

Veranstaltungen werden auch für Grundschulen angeboten

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    Die herrenbeger bananologen machen sich für den fairen handel strak - si kommen jetz auch für Workshops in die Schulen Foto: red

Warum ist die Banane krumm? Wie kommt sie zu uns? Unter welchen Bedingungen wird sie angebaut? Antworten auf diese und weitere Fragen zum fairen Handel vermitteln "Bananologen" in Herrenberg an Grundschulen, Kitas und interessierte Gruppen und Vereine. Dafür haben sie ein eigenes Workshop-Konzept erarbeitet.

Artikel vom 13. Juni 2018 - 15:24

HERRENBERG (red). "Bananologen" klingt zwar etwas ungewohnt, ist aber ein einprägsamer Begriff. Und deshalb haben die rund zehn Engagierten diesen Namen gewählt. Die Expertengruppe ist aus den Aktivitäten um die Fairtrade-Stadt hervorgegangen. Seit 2015 darf sich Herrenberg mit diesem Label schmücken. Jetzt haben sich die Bananologen im Klosterhof getroffen und einen Workshop zum Thema fair gehandelte Bananen präsentiert. Diesen wollen sie in Bälde dritten und vierten Klassen anbieten. "Unsere Gruppe ist bundesweit einzigartig", so die Bananologen. Den Aufbau der Initiative hat das Team "Beteiligung und Engagement" um Ina Mohr unterstützt.

Als eine Art Generalprobe für die Workshops erklärten Kathrin Thiele und die 14-jährige Amelie Steinhorst ihren Mitstreitern, wo die Bananen wachsen. Dazu nutzen sie eine riesige Weltkarte auf dem Boden. Die Schüler und Schülerinnen erfahren im Powerpoint-Vortrag von den klimatischen Bedingungen, die Bananen benötigen, und dürfen auf der Karte den "Bananengürtel" nachpuzzeln. Mit einem kleinen Holzschiff vollziehen sie spielerisch die Handelswege nach, die die Bananen zurücklegen. Zum Beispiel vom Hauptanbauland Ecuador nach Hamburg.

Thiele und Steinhorst schildern auch die Geschichte des Bananenhandels, der mit den ersten Kühlmöglichkeiten beginnt. Leider vertrieben dann die großen Firmen kleine Bauern von ihrem Land und stellten sie für viel geringere Löhne an. Die Arbeits- und Lebensbedingungen der Familien vergegenwärtigt Amelie Steinhorst, indem sie Altersgenossen aus Ecuador zu Wort kommen lässt. Bei einem Wettbewerb auf einem "Bananen-Parcours" im Klassenraum können die Schüler die Mühsal der Plantagenarbeit erleben. Sie hieven zum Beispiel Säcke und bürsten in einer "Waschstraße" mit Haube, Mundschutz und Handschuhen Bananen. Die Schutzmontur zeigt auf, dass die Arbeiter belastenden Pflanzenschutzmitteln und Medikamenten ausgesetzt sind. Sie verkürzen das Leben, verschmutzen das Grundwasser und die Meere und lassen die Korallen und Seeanemonen absterben.

Fair gehandelte Bananen sind an zwei Siegeln klar zu erkennen

Aber es geht auch anders, wie die Bananologen zeigen: Nach Streiks und Protesten haben sich einige Bauern in Verbänden zusammengeschlossen und verkaufen die Bananen zu fairen Preisen an kleine Firmen. Indem sie die Stauden mit einem Saum von größeren Bäumen schützen und den Boden natürlich mit kleineren Pflanzen düngen, reduzieren sie die Chemie. Und wer ganz sicher gehen will beim Einkauf: Die fair gehandelten Bananen kann man an den Siegeln "BanaFair" oder "Fair Trade" erkennen. Dabei darf man aber nicht auf "Greenwash-Label" hereinfallen, warnen die Banalogen, sprich auf Etiketten, die sich nur einen biogrünen Anstrich geben und Fairness nur vortäuschen.

Den Abschluss des Workshops bildet ein unterhaltsames Quiz, in dem natürlich auch die drängende Frage beantwortet wird, warum die Banane eigentlich krumm ist. Weil sie sich nach der Sonne ausrichtet, ist die korrekte Antwort.

Die Bananologen haben schon mehrere Institutionen in der Stadt besucht, zum Beispiel Kindergärten - mit einem Koffertheater für die Kleinen und Infos für Erwachsene. "Die Kinder waren begeistert und haben sehr viel gelernt", so Birgit Metzdorf und Thea Wolf. Ein Teil der Bananologen hat eine Ausbildung zum Bürgermentor für den Fairen Handel durchlaufen, manche engagieren sich im Weltladen. Die Fairtrade-Experten freuen sich über weitere Mitstreiter, die morgens in Schulen auftreten können. Sie treffen sich regelmäßig im Klosterhof.

Wer Genaueres von den Bananologen wissen oder einen Schulworkshop buchen will, schreibt eine E-Mail an bananologen@gmx.de.
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