Anzeige

Spendenaufruf: Roman braucht dringend Hilfe

Alex Efstathiou aus Herrenberg startet neue Hilfsaktionaktion über 100 000 Euro für den leukämiekranken Jungen

  • img
    Kurz vor seinem vierten Geburtstag bekam Roman die schreckliche Diagnose. Nun tut seine Familie alles, um sein Leben zu retten Foto: red

Artikel vom 11. Juni 2018 - 17:00

HERRENBERG. Es geschieht im Juli 2017, als eine schreckliche Diagnose das gesamte Leben der Familie Papin auf den Kopf stellt: Kurz vor seinem vierten Geburtstag wird bei dem kleinen Roman eine seltene Form der Leukämie festgestellt. Sofort kommt er ins Krankenhaus und muss sich in seiner russischen Heimat Tjumen einer Chemotherapie unterziehen. Die Heilungschance liegt gerade einmal bei 30 Prozent. Eine Knochenmarkstransplantation würde sie auf 50 Prozent erhöhen, aber die Familie ist nicht krankenversichert, deshalb hat sie in Russland keinen Zugang dazu.

Mama Aleksandra Papina recherchiert und findet heraus, dass ihrem Jungen in Deutschland auch ohne eine Versicherung geholfen werden kann. Ohne lange überlegen zu müssen, beschließt sie, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um ihrem Sohn zu helfen. Die Behandlung ist kostspielig. 340 000 Euro muss sie zusammenbekommen und auf das Konto der Kinderkrebsklinik in Freiburg überweisen, um überhaupt in die Bundesrepublik einreisen zu dürfen. Die Unterstützung in der sibirischen Heimat ist groß, über einen Spendenaufruf kommt die Summe zusammen und schon im Oktober können Mutter und Sohn die Reise auf unbestimmte Zeit antreten. Der Vater und das zweite Kind der Familie, der einjährige Igor, bleiben zurück. "Igor habe ich das letzte halbe Jahr nicht gesehen, er hat mich praktisch vergessen", erzählt Aleksandra Papina und kämpft mit den Tränen. Weil sie kein Deutsch spricht, ist sie auf die Hilfe ehrenamtlicher Übersetzer angewiesen, die Bekannte an sie vermittelt haben.

In Freiburg angekommen tut sich ein weiteres Problem auf: Roman trägt einen multiresistenten Keim in sich, der häufig in Osteuropa auftritt. Deshalb können er und seine Mutter nicht im Mutter-Kind-Haus unterkommen, um die anderen kleinen Patienten nicht anzustecken. Mama Aleksandra muss also eine Unterkunft in Freiburg suchen, die nicht allzu weit von der Klinik entfernt ist. Satte 2000 Euro muss sie nun jeden Monat zusätzlich für die Miete der Zwei-Zimmer-Wohnung berappen, die Spendengelder rührt sie dafür nicht an. Erneut erhält sie Schützenhilfe aus Russland: 100 Arbeitskollegen ihres Ehemannes, der bei Rosneft - einem russischen Mineralölunternehmen mit Sitz in Moskau - arbeitet, spenden jeweils ihren Lohn für einen Arbeitstag. Der Arbeitgeber gab im Übrigen gerade einmal 66 Euro dazu.

Erste Behandlung schlug nicht an

Ein Spender wird schnell gefunden, Romans eigenes Knochenmark wird mittels einer weiteren Chemotherapie zerstört und das Fremdmark transplantiert. Dann der Schock: Die Behandlung schlägt nicht wie gewünscht an. Romans eigenes Knochenmark ist nicht komplett zerstört worden, es regeneriert sich und das Fremdmark wird verdrängt. Mittlerweile ist der Anteil von Romans eigenem Knochenmark auf 20 Prozent angestiegen. Steigt der Anteil weiter, kehrt auch die Leukämie zurück.

Ein zweiter Versuch muss jetzt erfolgen, allerdings sind von den 340 000 Euro Spendengeldern bereits rund 200 000 aufgebraucht. Um eine weitere Behandlung zu finanzieren, fehlen rund 100 000 Euro. Auch wenn die Kinderkrebsklinik in Freiburg zugesichert hat, Roman weiter zu behandeln und nicht vor die Tür zu setzen, sollte das Geld nicht unmittelbar zusammenkommen, muss die Familie Papin die Kosten irgendwie tragen. Verzweifelt sucht Mama Aleksandra erneut nach Hilfe - und findet sie beim Herrenberger Gastronom Alex Efstathiou mit seinen Kinderherzaktionen.

Mithilfe einer Dolmetscherin schreibt Alexandra Papina mehrere Spendenprojekte an - nur Alex sagt seine Hilfe zu. "Es ist traurig, dass Geld für ein Menschenleben so eine große Rolle spielt", sagt er, sichtlich vom Schicksal des kleinen Roman mitgenommen. Vor allem, weil die Wahrscheinlichkeit einer Heilung mit einer 50:50-Chance relativ hoch ist. "Wenn der zweite Versuch der Transplantation anschlägt, ist das Kind komplett geheilt", sagt Prof. Dr. Heiko Mahrholdt vom Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus, der die Kinderherzaktionen als medizinischer Berater betreut. Der Kleine wird zwar sein Leben lang Medikamente nehmen müssen, die verhindern, dass das fremde Knochenmark und das damit verbundene neue Immunsystem die eigenen Organe angreift, "seine Lebenserwartung ist danach aber vollkommen normal", so der Mediziner.

Aleksandra Papina bleibt nichts anderes übrig als zu warten und zu hoffen. Ein Wermutstropfen wurde aber mittlerweile aus der Welt geräumt: Der kleine Sohn Igor und seine Großmutter sind nach Deutschland nachgekommen, damit Papina den schweren Kampf um Romans Leben nicht alleine austragen muss.

Ihr Ehemann bleibt weiterhin in Tjumen, kommt nur einmal im Monat her, um seine Familie zu besuchen. "Ich bin sehr dankbar für die Hilfsbereitschaft, die ich hier erfahre", sagt Aleksandra Papina und meint damit auch den kleinen Griechen mit dem großen Herzen aus Herrenberg, der bereits am ersten Tag seiner Spendenaktion 1000 Euro zusammenbekommen hat. Jetzt fehlen also "nur" noch 99 000.

Unter "Hilfe für Roman und andere" läuft die Aktion von Alex Efstathiou. Damit will der Herrenberger Spendensammler den vierjährigen Roman unterstützen, der an Leukämie leidet und eine Knochenmarkspende braucht. Rund 200 000 Euro kostet die Behandlung, 100 000 Euro fehlen noch. Spenden können auf das Konto der Kinderherzaktionen, IBAN DE48 6035 0130 1000 2990 78, BIC BBKRDE6BXXX oder über die Homepage http://www.kinderherzaktionen.de überwiesen werden.

Verwandte Artikel