Pilotprojekt im Kirchenbezirk Herrenberg

Artikel vom 12. April 2018 - 18:24

HERRENBERG (red). Mit einem Tagungswochenende gab der Evangelische Kirchenbezirk Herrenberg den Startschuss für ein Pilotprojekt, das die künftige Gemeindearbeit und die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen in den Kirchengemeinden zukunftsfähig machen soll. Der Kirchenbezirk Herrenberg wurde von der Kirchenleitung ausgewählt, um die weitere Entwicklung des Pfarramts und der Kirchengemeinden zu erproben.

Der Pfarrplan, der 2024 greifen soll und in dessen Rahmen die Bezirkssynode kürzlich die Streichung von 3,25 Pfarrstellen beschlossen hatte, sei nur einer der Gründe, die diesen Prozess notwendig machen, betont der Herrenberger Dekan Eberhard Feucht. Immer schneller werdende gesellschaftliche Veränderungen fordern die Kirche heraus. "Das Pilotprojekt eröffnet uns nun ganz neue Möglichkeiten", sagt Dekan Feucht als Leiter des Projektteams, zu dem neben Pfarrerinnen und Pfarrern aus dem Bezirk auch Prälat Dr. Christian Rose und Kirchenrat Dr. Fritz Röcker aus der Kirchenleitung gehören. Die Kirchengemeinden könnten nun tatsächlich neue Strukturen ausprobieren, um Menschen mit der Botschaft der Bibel zu erreichen und ihnen zu helfen. Dabei können auch Alternativen entwickelt werden, die den bisherigen Rahmen der kirchlichen Ordnung überschreiten.

Im Verlauf des Pilotprojekts sollen gemeindeübergreifende Teams von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen aus verschiedenen kirchlichen Berufsgruppen gebildet werden. Deshalb war schon die Zusammensetzung der rund 80 Teilnehmer für das Startwochenende entsprechend gewählt worden - neben Pfarrerinnen und Pfarrern und den ehrenamtlichen Vorsitzenden der Kirchengemeinden Diakone, Jugendreferenten, Sekretärinnen, Religionslehrerinnen, Prädikanten, Kirchenmusiker und Finanzfachleute.

Die gemeinsame Arbeit auf der Tagung machte deutlich, dass viele Ehrenamtliche und Hauptamtliche motiviert sind, die Kirche positiv zu gestalten und dafür auch Energie einzubringen. Wer nach der nüchternen Pfarrplanarbeit der vergangenen Monate konkrete Ideen für dessen Umsetzung erwartete, brauchte zunächst noch einmal Geduld. Das gemeinsame Wochenende aber wurde als geistlicher Prozess erlebt. Die Teilnehmer haben nun die Aufgabe, unterstützt vom zentralen Projektteam, diesen Schwung in die Gemeinden zu tragen. "Wir können auf dieser Basis hervorragend weiterarbeiten", sagte Dekan Feucht am Schluss der Tagung. Nun sollen einzelne Projekte entwickelt werden.

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