Herrenberger Mutgeschichten: Mit Courage die Welt verändern

Herrenberger Mutgeschichten-Festival startet - Mut-Mobil in den Stadtteilen unterwegs

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    Akteure aus allen Stadtteilen in Kooperation mit der Partnerschaft für Demokratie, dem Team Beteiligung und Engagement der Stadt und Studierenden der Empirischen Kulturwissenschaft der Universität Tübingen: Sie alle wirken bei dem Projekt mit Foto: red

Artikel vom 04. April 2018 - 18:00

HERRENBERG (red). Das Herrenberger Mutgeschichten-Festival umfasst insgesamt 14 Feste und Aktionen in allen Herrenberger Stadtteilen. Von April bis Oktober steuern die Initiatoren mit einem Mut-Mobil alle acht Stadtteile an und sammeln auf lokalen Festen und darüber hinaus Geschichten von mutigen Herrenbergern. Aus allen Erzählungen entsteht bis Frühjahr 2019 eine stadtteilübergreifende Ausstellung.

Umgesetzt wird das Projekt mit Akteuren aus allen Stadtteilen, in Kooperation mit der Partnerschaft für Demokratie; dem Team Beteiligung und Engagement der Stadt und Studierenden der Empirischen Kulturwissenschaft der Universität Tübingen.

Ab sofort können Menschen mit Bezug zur Gäu-Metropole auf http://www.mutgeschichten-herrenberg.de eigene Geschichte einreichen oder sich informieren, wann das Mut-Mobil in ihren Stadtteil kommt. Gesucht sind Alltagsgeschichten von Menschen, die vor langer Zeit oder erst kürzlich Mut bewiesen haben. "Damit meinen wir nicht nur große Heldentaten. Mut fängt im Kleinen und Alltäglichen an: etwas anders machen, als alle anderen, etwas kritisch hinterfragen, Zivilcourage beweisen oder bürgerschaftliches Engagement zeigen", erklären Manuela Epting und Vanessa Watkins, Koordinatorinnen des Mutgeschichten-Festival. Die beiden denken dabei zum Beispiel an Situationen, in denen Menschen für ihre Liebe und für ihre Freunde, für andere Menschen oder ihren Ort einstehen.

Wer eine Mutgeschichte kennt, von sich selbst oder auch von anderen, kann sie auf der Internetseite selbst aufschreiben. Und wer lieber direkt mit den Studierenden sprechen möchte, kann zu einem der Termine kommen, wenn das Mutmobil beim Stadtteilfest Station macht, oder ein gesondertes Treffen ausmachen. Geschichten werden auf Wunsch anonymisiert.

Was unterscheidet diesen Mut von der mutigen Entscheidung zum Absprung beim Bungee-Jumping? Wie klein oder groß sie auch sein mögen, zusammen bewirken Mutgeschichten Veränderungen. Veränderungen, die eine Gesellschaft ein Stückchen freier, offener und lebenswerter machen. So war es zum Beispiel vor 50 Jahren mutig, als Protestant eine Katholikin zu heiraten oder als Tochter eines Landwirtes die weiterführende Schule besuchen zu wollen. Heute ist beides in der Regel kein Problem.

Oberbürgermeister Thomas Sprißler ist Schirmherr von "Demokratie leben!" und bringt das Ziel der Aktion auf den Punkt: "Das Mutgeschichten-Festival soll ermutigen. Oft ist es wichtig, nicht nur über Mut zu sprechen, sondern Taten sprechen zu lassen. Aber manchmal ist es eben auch wichtig, über mutige Taten zu sprechen, um dadurch uns selbst und auch andere zu ermutigen."

14 Aktionen und Feste stehen auf dem Programm

Mit Geschichten allein ist es - ganz im Sinne der Mitmachstadt - auch nicht getan. Viele Vertreter aus der Stadtteile wollten neben der Sammlung von mutigen Geschichten gern auch selbst in Aktion treten. Und so gibt es neben Festen auch eine Reihe von couragierten Stadtteil-Aktionen. Die Ideen reichen vom Singen mit Kindern über die Organisation interkultureller Feste bis hin zu einem bunten Lauf für das deutsche Grundgesetz oder der Organisation einer langen Tafel zur Langen Nacht der Kulturen. Und für alle, die selbst mutig sein möchten, bietet die Festival-Webseite eine Reihe von Tipps und Mitmach-Möglichkeiten.

Initiiert wird das Mutgeschichten-Festival von der "Partnerschaft für Demokratie in Herrenberg". Diese setzt sich zusammen aus einem 20-köpfigen Begleitausschuss, Manuela Epting für den Stadtjugendring und Vanessa Watkins für die Stadtverwaltung. Gefördert vom Bundesfamilienministerium setzt die Partnerschaft in verschiedenen Netzwerken und Institutionen Aktionen und Veranstaltungen im Sinne des Bundesprogramms "Demokratie leben!" in Herrenberg um. Der Schwerpunkt liegt auf interkulturellen, interreligiösen und generationenübergreifenden Projekten.

Weitere Infos gibt's bei Manuela Epting und Vanessa Watkins vom Team Beteiligung und Engagement per Mail unter m.epting@herrenberg.de und v.watkins@herrenberg.de oder telefonisch (0 70 32) 201 89 71.

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