In der Cessna die Himmelskurve gekratzt

Motorflieger vom Flugsportverein Herrenberg eröffnen die Saison

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Artikel vom 04. April 2018 - 18:00

HERRENBERG (red). Ein Ausflug war's im wahrstes Sinne des Worts: Zur Saisoneröffnung sind die Motorflieger vom Flugsportverein Herrenberg mit Beginn von Poltringen nach Würzburg, Worms und zurück geflogen.

Die Luft ist kalt, der Himmel blau, als sich die Teilnehmer um 9.30 Uhr zu den Flugvorbereitungen auf dem Flugplatz treffen. Bei solch einem Wetter lacht das Herz eines jeden Piloten. Die Jets ziehen Kondensstreifen in den Himmel und die Segelflieger bauen ihre Flugzeuge noch auf, als die Herrenberger den 5,9 Liter Lycoming ihrer Cessna 172 anwerfen. Er zündet sofort, einen Moment schüttelt sich das ganze Flugzeug, wie um die morgendliche Müdigkeit abzuschütteln, dann läuft er rund und gleichmäßig. Bereits nach 300 Metern ist die Abhebgeschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde erreicht, auf 1000 Meter wird der Bursche hochgezogen und Kurs genommen gen Würzburg. Vorbei an Herrenberg und Böblingen taucht im Dunst die Wasserdampfwolke des Atomkraftwerks in Neckarwestheim auf - so fällt navigieren leicht.

Über den Spessart hinweg und vorbei an Burgen und Schlössern

Dächer glänzen in der Sonne, das Wasser der Flüsse fließt gemächlich, die Landschaft spiegelt sich darin. Die Cessna liegt ruhig in der Luft, kein Lüftchen regt sich, und so erreichen die Herrenberger nach einer Stunde Flugzeit Würzburg-Schenkenturm, das auf einer Anhöhe nordwestlich der Stadt liegt. Auch hier ist alles auf den Beinen, die Fliegerkameraden sind beim Frühjahrsputz, bauen ihre Segelflugzeuge auf, Spaziergänger schauen interessiert zu oder machen Rast auf der Sitzbank am Turm.

Westwärts nach Worms wird die Kurve gekratzt, die Höhen des Spessarts überflogen, der Main mehrmals gekreuzt, vorbei an alten Burgen und Ruinen. Auf den Höhen stehen viele Windkraftanlagen, neue werden gerade aufgestellt. Beeindruckend, welche technische Leistung erbracht wird, um ein Windrad mitten im Wald zu erstellen, das dann jahrelang allen Wettern standhalten muss. In Worms ist starker Flugverkehr, alle paar Minuten startet oder landet ein Sportflugzeug.

Auch die Herrenberger Cessna schlauft sich ins Landegeschehen ein. Auf dem Flugplatz stehen Typen mit neuester Dieseltechnologie genauso wie Oldtimer und Ultraleicht-Flugzeuge. Auf der Terrasse des Restaurants wird ein Kaffee genippt - Wachmacher für den Rückflug: von Frühjahrsmüdigkeit keine Spur.

Retour führt die Flugroute übers Heidelberger Schloss, Gleitschirmfliegern vom Königsstuhl weichen die Herrenberger großzügig aus. Die Cessna setzt am späten Nachmittag wieder in Poltringen auf - und entlässt eine Crew mit breitem Grinsen in den Gesichtern: Ein Ausflug bei bestem Wetter - Fliegerherz, was willst du mehr?!

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