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Umfrage zum Herrenberger Naturbad: "Mehr zu als auf"

Passanten in der Fußgängerzone zeigen erstaunlich viel Verständnis, äußern aber auch Kritik

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    Das Herrenberger Freibad: Seit 8. August wieder geschlossen Foto: hes

Artikel vom 22. August 2016 - 16:42

Von Denise Wurst

HERRENBERG. Ferienzeit, Sonnenschein, Lust auf Baden - und wieder geschlossene Pforten beim Herrenberger Naturfreibad. Schon vergangenes Jahr war das neue Freibad wegen zu hoher Keimbelastung zeitweise dicht. Und jetzt seit 8. August für die gesamte Saison. Hat das Naturbad in Herrenberg künftig noch eine Chance? Wie denken Passanten in der Herrenberger Fußgängerzone darüber?

Der 23-Jährige Marcus Nestinger gibt in der Umfrage klar zu verstehen, dass er die Schließung negativ sieht und sich sehr darüber ärgert. "Ich würde gerne öfter hingehen, wenn es offen wäre." Er bemängelt, dass das gleiche Problem wie im vergangenen Jahr wieder aufgetreten ist. Dabei denkt er nicht nur an sich und daran, dass er in diesen heißen Tagen nicht ins Freibad kann, sondern auch an den Kioskbesitzer: Diesem gehen im Moment eine Menge Einnahmen durch die Lappen. "Wenn es nächstes Jahr wieder so ist, dann gehe ich dort nicht mehr hin", sagt er klipp und klar. Lieber würde er im Chlorwasser schwimmen als in einem von Bakterien verseuchtem Wasser.

Auch Jürgen Wittmann aus Bondorf findet es schade, dass man das Problem nicht in den Griff bekommt. Aber ein Naturbad hält er für eine gute Idee und spricht sich gegen eine Umstellung auf Chlor aus. Man soll lieber den Fehler beheben. Seine Tochter ist allerdings nicht so begeistert von dem Bad: "Manchmal ist das Wasser etwas ekelig, weil Sachen drin rumschwimmen und das Wasser trüb ist."

Der zwölfjährige Fabian Hagel ist ganz froh, dass das Bad für diesen Sommer zu ist, da es ihn im letzten Jahr störte, dass es immer wieder geschlossen war und er nie richtig wusste, wann er eigentlich baden gehen kann. Er ist für den Einsatz von Chlor, damit die Algen im Wasser verschwinden und das Problem der Bakterien beseitigt wäre. Jetzt gehe er nach Nagold ins Freibad, dort sei es top.

Die aus Gärtringen kommende Manuela Totzl war letztes Jahr schon öfter dort gewesen. Das Freibad fand sie im Großen und Ganzen gut, bemängelt aber die Algen im Wasser und die Umsetzung des Ganzen. Zwar ist sie von der Idee eines Naturfreibads begeistert, allerdings sagt sie auch, dass es besser wäre Chlor einzusetzen, wenn es anders nicht gehen würde. Jetzt geht sie in Gärtringen schwimmen.

"Mehr zu als auf", so die erste Reaktion von Marcel Ramm zum Herrenberger Naturbad. Einerseits befürwortet er den Einsatz von Chlor im Wasser, damit dieses Problem nicht mehr auftritt, bedenkt allerdings, dass Chemikalien schädlich für den Menschen sein können. "Ich vertraue den Betreibern und Leitern des Projekts, die werden schon wissen, was sie tun." Für ihn passt ein Naturbad gut zu Herrenberg, deshalb sei es eine logische Überlegung.

Ulrich Reuther aus Herrenberg zeigt sich verständnisvoll und ist der Meinung, dass die Verantwortlichen sich lieber Zeit nehmen sollten zur Behebung des Problems und sie dann in der nächsten Saison wieder voll durchstarten können. Er hat Verständnis für die Schließung, weil der Betrieb eines Naturbads für die Mitarbeiter völlig neu ist. Positiv bewertet er den Kinderbereich und dass dieser zusammen mit dem Hallenbad jetzt offen ist.

Die naturbegeisterte Anne Krethlow findet das Bad grundsätzlich gut: "Je natürlicher, umso besser." Bei ihrem einmaligen Besuch war sie begeistert und fand es sehr schön. Die Frage, ob sie der Stadtverwaltung Vorwürfe machen würde, verneinte sie. Jetzt geht sich nach Entringen ins Freibad.

Mandy Mauk ist auch jemand, der verständnisvoll mit der Sache umgeht: "Ich sehe das nicht so tragisch, dass sie schließen mussten. Vielleicht ist ja nur der Anfang holprig." Sie findet es gut, dass die Stadt sich Zeit nimmt, um eine Lösung zu finden. Es ist ihr auch egal, wie lange es dauert, Hauptsache, dass es nach der Wiedereröffnung wieder betriebsbereit ist und danach nicht mehr aus diesem Grund schließen muss. Aber nicht alle sind so tolerant. "Es gibt einige, die verärgert sind", fügt sie schließlich hinzu. Hätte sie und ihre Familie aber die Wahl, würde sie einen See dem Freibad vorziehen.

Einige haben sich schlichtweg gegen ein Naturbad ausgesprochen. So auch Claudia Ruff. "Mir fehlen die Worte", war ihre erste Reaktion und sprach sich eher gegen ein Naturfreibad aus. Sie denkt auch an die Frühschwimmer, die im kalten Wasser ihre Bahnen ziehen müssten. Wenn das Bad offen wäre, würde sie aber trotzdem mal hingehen. Jetzt geht sie als Alternative nach Nagold.

Elisabeth Marquart ärgert sich sehr darüber, dass die Stadt sich vor dem Bau des Naturbads nicht besser informiert hat, denn: Es gebe auch eine andere Kommune mit ähnlichen Problemen. "Ich gehe lieber in ein normales Bad."

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