Ein Sendemast sorgt für Unruhe

Ein 25 Meter hoher Antennenmast mitten im Wohngebiet? Nufringer Gemeinderat lehnt das Bauvorhaben ab

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    Mitten im Wohngebiet wollte die DFMG einen Mobilfunkmasten errichten - dem hat der Gemeinderat nun einen Riegel vorgeschoben Grafik: Google

Die Deutsche Funkturm GmbH (DFMG) hat einen Bauantrag für eine Funkübertragungsstation mit Antennenmast in Nufringen gestellt. Mitten im Wohngebiet. Der Gemeinderat hat dieses Bauvorhaben nun abgelehnt.

Artikel vom 27. November 2018 - 17:18

Von Melissa Schaich

NUFRINGEN. Ein 25 Meter hoher Antennenmast in einem Wohngebiet in Nufringen? Ein Kopfschütteln geht durch die Reihen des Gemeinderats bei seiner Sitzung am Montagabend. Der Bauantrag sieht vor, diesen auf dem privaten Eckgrundstück Bergstraße/Calwer Straße in Nufringen zu errichten. Mitten in einem Wohngebiet würde der Mast auf einer Anhöhe zwischen Einfamilienhäusern herausragen. Der Gemeinderat hat nun beschlossen, dieses Vorhaben im Keim zu ersticken. "Für mich ist dieser Bauantrag Müll", sagt Bernd Lang (FL) dazu. "Wir haben keinerlei technische Informationen dazu bekommen, mit der wir etwas anfangen können", setzt er nach. Auf die Frage von Lang, was so eine Funkübertragungsstation eigentlich genau mache, folgte ratloses Schulterzucken. Manuela Dierich vom Sachgebiet Baurecht verwies für die technischen Details auf die Zuständigkeit des Landratsamtes.

Auf dem Nufringer Rathaus befindet sich bereits ein Antennenmast. Der Gemeinderat hatte jedoch 2015 beschlossen, den Pachtvertrag 2020 zu kündigen. Dies war offenbar Anstoß für die Suche der DFMG nach einem neuen Standort. Dass die Mobilfunkfirma ein Wohngebiet als neuen Standort ausgewählt hatte, ging der Nufringer Gemeinde jedoch zu weit.

Bauweise harmoniert nicht mit übrigen Häusern

Nach dem Paragraphen 34 des Baugesetzbuches kann ein Bauvorhaben gekippt werden, wenn dessen Bauweise nicht mit dem Baustil der übrigen Häuser harmoniert. Das Ortsbild steht nach diesem Paragraphen also ganz oben auf der Prioritätenliste. Da das Wohngebiet vor allem durch ein- oder eineinhalbgeschossige Wohngebäude geprägt ist, würde der Mast, laut der Gemeinde, das Ortsbild maßgeblich beeinflussen. Mehrere Meter würde er über den Hausdächern hervorragen.

Außerdem ist das Gebiet als ein reines Wohngebiet konzipiert, der Antennenmast wäre jedoch eine gewerbliche Nutzung. "Wir werden alles tun, um diesen Sendemasten zu verhindern", meint Bürgermeister Ingolf Welte. Der Mobilfunkanbieter hätte ein persönliches Gespräch abgelehnt, jedoch werden - nun, nach Ablehnung des Bauantrags - alternative Vorschläge zu Standorten an diesen verschickt.

In Nufringen besteht ebenfalls ein Mobilfunkvorsorge-Konzept, das mehrere Standorte für Sendemasten vorschlägt. Das Umweltinstitut München hatte 2013 nach einer Untersuchung dem Gemeinderat mehrere mögliche Standorte präsentiert. Jedoch hatte die Mobilfunkfirma in Nufringen offensichtlich andere Wünsche, was den Ort betrifft. "Die Alternativstandorte sind auf jeden Fall außerhalb von Wohngebieten angesetzt", sagt Welte. Auch die Gemeinderatsmitglieder waren von einem Sendemast im Wohngebiet nicht begeistert, einstimmig lehnten sie den Bauantrag ab.

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