Wassertrübung war wohl eine Folge der ersten heißen Tage

Bürgermeister Welte von Nufringen gibt Entwarnung nach aufwendigen Trinkwassermessungen

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    Die Einsatzleitung mit Netzfachleuten und Bürgermeister Ingolf Welte (Mitte rechts) berät am Samstagabend darüber, wie Gefahr von den Nufringer Einwohnern abzuwenden ist Foto: SDMG

Artikel vom 23. April 2018 - 17:18

NUFRINGEN (red). Nach Trübung des Trinkwassers in vier Haushalten der Gemeinde Nufringen wurde am Samstag das komplette Wasserleitungsnetz gespült. Bürgermeister Ingolf Welte gibt nach aufwendigen Beprobungen und Normalisierung der Werte Entwarnung.

Am Samstag war bei vier Haushalten in der Nufringer Enzstraße eine Eintrübung des Trinkwassers bei der Hauswasserentnahme entdeckt worden. Zunächst versuchten die Hausbewohner, mit einem längeren Wasserdurchlauf das Problem zu lösen. Als das nicht half, wurde der Wassermeister der Gemeinde verständigt, der laut einer Pressemitteilung der Gemeinde versuchte, in dem Wohngebiet mit einer Gesamtspülung des Trinkwassernetzes eine Klärung des Wassers herbeizuführen.

Aber auch das gelang nicht gleich. Daraufhin wurde wie vorgesehen die Gemeindeverwaltung und die Feuerwehr alarmiert sowie die Polizei. Während die Wasserspülung des Trinkwassernetzes weiterlief und sich die Klärung des Wassers wieder normalisierte, wurde von der vor Ort gebildeten Einsatzzentrale der freiwilligen Feuerwehr Nufringen und Bürgermeister Ingolf Welte ein Spezialfahrzeug der Feuerwehr zur Wasserprobenentnahme angefordert.

Der sogenannte Gerätewagen-Messtechnik wird im Auftrag der interkommunalen Zusammenarbeit für die digitale Schnelluntersuchung von Stoffen bei Brand-, Gefahrgut und Umwelteinsätzen eingesetzt. Die gleich vor Ort durchgeführte digitale Messung ergab keinerlei Hinweise auf Stoffe, die die Gesundheit beeinträchtigen könnten.

Auf Notfall-Wasserversorgung konnte verzichtet werden

Da aber die ergänzend eingesetzten GW-Mess-Teststreifen noch einen geringeren ph-Wert aufwiesen als der von der hinzugezogenen Einsatzzentrale der Bodenseewasserversorgung mitgeteilte geeichte ph-Wert (8,48), ließ Bürgermeister Welte sicherheitshalber weitere Probenentnahmen und weitere Durchspülungen im gesamten Wasserortsnetz durchführen.

Als aber schließlich sogar die Hauptzufuhr der Bodenseewasserleitung beim Messvergleich den angeblich verminderten ph-Wert anzeigte, bestätigte sich der Verdacht, dass die GW-Mess-ph-Teststreifen nicht den tatsächlichen Wert anzeigten. Den vollständigen Beweis, dass das Wasser doch normale Werte aufwies, erbrachte eine zwischenzeitlich gleichfalls veranlasste digitale Eichmessung in Rohrau. Ein bereits vorbereiteter Großeinsatz mit Notfall-Wasserversorgung durch die Nufringer Feuerwehr musste deshalb nicht durchgeführt werden.

Zur absoluten Sicherheit und um für die Zukunft beweiskräftige Vergleichswerte zu haben, wurde von Bürgermeister Welte zusätzlich das Tübinger Untersuchungsinstitut Jäger aus Tübingen schon am Samstagabend beauftragt, eine mikrobiologische Untersuchung der Wasserproben durchzuführen. Am Sonntagmorgen wurden dazu im Beisein von BM Welte in den vier betroffenen Haushalten ergänzende Wasserproben entnommen. Von den Sachverständigen wurde mitgeteilt, dass es nach den Wintermonaten mit durchschnittlich geringerer Wasserentnahme und langsamem Wasserfluss an den ersten warmen Tagen mit ergänzenden Wasseraktivitäten in den Gärten häufig zu erkennbaren Loslösungen von Partikeln im großdimensionierten Wasserleitungsnetz der Gemeinden und damit verbundenen Wassertrübungen kommen könne.

Mit der ergänzend beauftragten genauen Laboruntersuchung der Wasserproben wurde auftragsgemäß schon am Sonntag begonnen, um die betroffenen Bürgerinnen und Bürger möglichst frühzeitig wieder informieren und weiter beruhigen zu können. Daher sei schon am Montag der Vorab-Prüfbericht zur Wasseruntersuchung des Labors fertiggestellt und an die Gemeinde Nufringen gesandt wurden.

Die digitalen Vorauswertungen vom Samstag durch den Gerätewagen und in Rohrau wurden erfreulichweise dahingehend bestätigt, das die gemäß Anlage 5 der Trinkwasserverordnung geforderten Verfahrenskennwerte eingehalten werden und "der Genuss des Nufringer Trinkwassers weiterhin unbedenklich ist", so Welte.

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