Aus für das WET Open Air in Gärtringen

Kämmerin Hildegard Wieland blickt auf erfolgreiche Badesaison im Freibad zurück - Sanierungen für 2020 geplant

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    An der Kapazitätsgrenze angekommen: Die vierte Auflage des "WET Open Air Festivals" ist die letzte gewesen Foto: Archiv

Artikel vom 14. März 2019 - 17:00

Von Sandra Schumacher

GÄRTRINGEN. Auch wenn die derzeitigen Temperaturen noch keine Gedanken an den nächsten Freibad-Besuch zulassen, wagte Gärtringens Kämmerin Hildegard Wieland am Dienstagabend in ihrem Bericht vor dem Gemeinderat einen Rückblick auf die vergangene Bade-Saison sowie einen Ausblick auf die kommenden Jahre.

Und hatte eine schlechte Nachricht für alle Freiluft-Party-Fans im Gepäck: Die vierte Auflage des WET Open Air Festivals, die 7000 Besucher auf das Freibad-Gelände gelockt hatte, ist die letzte in Gärtringen gewesen. "Die Veranstalter wollten sich weiter vergrößern, haben sogar über ein Zeltlager nachgedacht. Das hätten wir in unserem Bad einfach nicht mehr stemmen können", begründete Wieland die Entscheidung.

Die Gärtringer Freiluft-Schwimmer hingegen dürfen sich auf die kommende Bade-Saison freuen: Die Eintrittspreise, die die Gemeinde erst im vergangenen Jahr erhöht hatte, bleiben in 2019 unverändert. So zahlen Erwachsene auch künftig für eine Tageskarte 3,70 Euro, Jugendliche 2,10 Euro, eine Tageskarte für Familien ist für 9,50 Euro zu haben. Zehnerkarten kosten 35 beziehungsweise 20 Euro, Saisonkarten 70 beziehungsweise 35 Euro.

Ebenfalls gleich bleibt der traditionelle Eröffnungstermin, der für den 1. Mai angedacht ist - auch wenn es derzeit noch nicht danach aussieht. Momentan ist das Freibad in der Hand von Bauarbeitern, die neue Abwasserleitungen, Rohre und Verkabelungen verlegen. "Während der Arbeiten gab es für uns einige Stolperer", eröffnete Bauamtsleiter Gert Gaebele auf eine entsprechende Nachfrage aus der Bürgerschaft. Das Bad entstand in den 1960er Jahren, somit sei die Leitungsdokumentation entsprechend schlecht gewesen. "Deswegen hat der Bagger auch mal vorhandene Stromkabel erwischt, was uns aus dem Konzept geworfen hat", so Gaebele. Sofern keine weiteren unangenehmen Überraschungen auftreten, sei er aber zuversichtlich, dass ab dem 1. Mai wieder fleißig geplanscht werden kann.

Dann soll das Freibad wie gewohnt in der Vor- und Nachsaison (1. bis 19. Mai und 1. bis 16. September) von 11 bis 19.30 Uhr seine Türen öffnen. In der Hauptsaison (20. Mai bis 31. August) ist von 9 bis 20.30 Uhr geöffnet. Zwar habe es immer wieder Anfragen bezüglich eines Frühschwimmer-Angebots gegeben, "aber das ist aufgrund der Personalnot nicht zu stemmen", sagte Wieland, die betonte, dass auch weiterhin in der Badebranche ein "absoluter Fachkräftemangel" herrsche. Während man in 2018 an dieser Stelle mit Schwimmmeisterin Ute Muschkowitz und sowie den zwei Fachangestellten für das Bäderwesen Petra Lebsanft und Michael Lebsanft gut aufgestellt gewesen sei, sei für 2019 aufgrund eines Stellenwechsels noch eine Fachangestelltenstelle frei, die aber bereits ausgeschrieben ist. Unverändert im Einsatz bleiben das Kassenteam mit Marita Prirsch, Martina Thiede und Iris Faubel sowie Rettungsschwimmer Frank Burgmayer.

In der vergangenen Saison haben laut Wieland 69 310 Badegäste eine Abkühlung im Gärtringer Freibad gesucht, was vor allem an dem lang anhaltenden Rekordsommer gelegen habe. Insgesamt habe man 2018 171 627 Euro eingenommen, auf der Ausgabenseite verzeichnete die Gemeinde Kosten in Höhe von 416 136 Euro. Der Zuschussbedarf aus der Gemeindekasse lag demnach bei 244 508 Euro, pro Kopf seien das 20 Euro, die jeder Einwohner Gärtringens für das Freibad in die Hand nehme. "Der Kostendeckungsgrad liegt bei rund 41 Prozent, damit können wir zufrieden sein", so Wieland.

Dass das Freibad so attraktiv für Besucher sei, liege zum einen an der idyllischen Lage, sei zum anderen aber auch den Mühen der 281 Mitglieder des Fördervereins zu verdanken, die sich in 277 geleisteten Arbeitsstunden nicht nur für die Kursangebote und das Sommerferienprogramm verantwortlich zeichneten, sondern beispielsweise auch für die Geräte- und Grünpflege sowie für die Organisation des Freibadfestes und des Open-Air-Serenadenkonzerts. Auch für den Bau des neuen Sanitärgebäudes war der Förderverein federführend verantwortlich. Für diesen Einsatz gab es ein großes, parteiübergreifendes Lob seitens des Gremiums.

Warten auf die Förderzusage

In Zukunft stehen beim Gärtringer Freibad weitere Baumaßnahmen an, allerdings nicht - wie ursprünglich geplant - in diesem Jahr. So wird die vorgesehene grundlegende Beckenkopfsanierung für rund 1,2 Millionen Euro wohl erst nach Ende der Badesaison 2020 in Angriff genommen. Im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde im Schnellverfahren ein Rundum-Sanierungspaket in Höhe von 2,5 Millionen Euro in den Haushalt eingestellt, um sich für ein kurzfristig aufgelegtes Förderprogramm des Bundes zu bewerben, das eine Finanzspritze in Höhe von 45 Prozent beinhaltet, allerdings erst ab einer Gesamtsumme von 2 Millionen Euro greift. Sollte Gärtringen in das Programm aufgenommen werden, stehen zusätzlich eine Sanierung des Eingangsgebäudes, eine Versetzung des Kinderplanschbeckens sowie die Errichtung barrierefreie Becken-Einstiege und Wegeführungen an. Ohne Zuschüsse bleibt es bei der Beckenkopfsanierung, "die dringend in Angriff genommen werden muss".

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