Carrera-Open in der Gärtringer Theodor-Heuss-Halle

Bei den 6. Carrera-Open des TSV Gärtringen drückt die Lokalprominenz in der Theodor-Heuss-Halle ordentlich auf die Tube

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Die riesige Carrera-Bahn in der Theodor-Heuss-Halle in Gärtringen hat zwei Tage lang wieder für jede Menge Spaß gesorgt. Das Formel-Eins-Rennen im Kleinformat sorgte nicht nur für viel Aufregung bei den Kids, sondern versetzte erneut auch die Politiker des Landkreises in ihre Kindheit zurück.

Artikel vom 04. Januar 2019 - 18:00

Von Jenny Spitzer

GÄRTRINGEN. In der Theodor-Heuss-Halle summt und brummt es. Runde um Runde sausen die kleinen Autos über ihre ausladende Strecke. Hin und wieder passiert da auch mal ein Unfall und das Fahrzeug landet neben der Fahrbahn. Auf der Carrera-Bahn ist das aber kein Problem. Einfach das Auto wieder auf die Linie setzen und weiter geht's.

Kai Jansen steht an den Spendenstrecken, beobachtet die Fahrer und gibt Tipps. "Die Aktion hier ist eine Win-Win-Situation für alle", findet der Teil-Besitzer dieser Bahnen. "Wir dürfen die Strecke hier aufbauen und selbst damit fahren, dafür wird die Bahn auch für zwei Tage öffentlich für alle gemacht." Der Erlös der Spendenbahn, an der er sich heute befindet, geht an die kleine Pia Müller aus Gärtringen. Die Zweijährige benötigt eine lebenswichtige Operation in Amerika. "Ich hoffe sehr, dass genug Geld zusammenkommt, um das zu ermöglichen", meint Jansen.

Dass die Carrera-Bahn seines Teams einmal ein so guter Nebenverdienst wird, hätte der Gärtringer nicht erwartet. Angefangen hatte es nämlich damit, dass Jansen sich mit einer kleinen Bahn einfach einen Kindheitstraum erfüllen wollte. Seine Kumpels und Familienmitglieder zogen nach, die Strecken wurden irgendwann zusammen gelegt. "Um mehr Fahrfläche zu haben", grinst Kai Jansen. Immer mehr Teile kamen dazu, bis die Bahn irgendwann zu groß war. "Dann haben wir die Wohnung meiner Schwester ausgeräumt und die Strecke dort aufgebaut." Durch YouTube-Videos wurden die Carrera-Fans langsam bekannt. "Ein bisschen Geld kam dadurch auch zusammen, das haben wir dann wieder in neue Teile investiert." Und so wurde selbst die Wohnung der Schwester irgendwann zu klein. "Dann haben wir angefangen, die Bahn auf Firmenevents zu vermieten", erzählt Jansen. "Aber so konnten wir selbst ja nicht damit fahren."

Zum Glück gehört auch TSV-Gärtringen-Faustballspieler Andreas Hornickel zum Carrera-Team. Durch ihn entstand die Verbindung zum Vereinsheim und der Theodort-Heuss-Halle, wo die Leihbahn-Besitzer nun einmal im Jahr auch selbst an die Rennstrecke dürfen. Von dem Erlös des öffentlichen Fahrens profitiert auch die Faustballabteilung Gärtringens. "So hat jeder etwas davon", ist Kai Jansen zufrieden.

Aber es wäre ja langweilig, wenn es jedes Jahr das Gleiche wäre. Deshalb hatte Olaf Niemann auch vor einigen Jahren die Idee, ein Promirennen zu veranstalten. "Dieses Jahr ist es ein bisschen größer", erklärt der Faustball-Abteilungsleiter. "Wir haben nicht nur bekannte Leute aus dem Ort eingeladen, sondern aus der ganzen Umgebung."

Gärtringens Bürgermeister Thomas Riesch darf aber trotzdem nicht fehlen. Zum vierten Mal nimmt er jetzt teil. "Aber ich glaube nicht, dass ich dadurch einen Vorteil habe", schmunzelt er. Ums Gewinnen gehe es ja schließlich auch nicht. "Wir machen das ja alle für einen guten Zweck, eine Spendenaktion verbunden mit Spaß." Schließlich sei so eine riesige Carrera-Bahn ja auch die Erfüllung eines Kindheitstraumes. "Ich hatte zwar als Kind auch eine, aber die war natürlich viel kleiner", erzählt der Schultes.

Sein Kontrahent Marc Biadacz steht dem Duell schon mit etwas mehr Kampfgeist gegenüber. "Ich kenne Thomas Riesch schon sehr lange, deshalb hoffe ich, dass ich ihn in dem Rennen schlagen kann", grinst der Bundestagsabgeordnete.

Wer zu oft aus der Kurve fliegt, verliert

Auch Ingolf Welte ist beim Promi-Duell mit am Start. "Aus der Kindheit kennt man das natürlich", meint der Nufringer Bürgermeister. "Allerdings konnte man damals noch nicht die Spur wechseln und solche Sachen." Bei dem Rennen sei deshalb also Taktik gefragt. Bevor es ans Eingemachte geht, können sich die Politiker an einer kleineren Strecke "einfahren". "Mal schauen, wie empfindlich die Steuerung so ist", ist Welte gespannt und legt los.

"Früher konnte man auch noch nicht schalten", stellt Ekkehard Fauth beim Testen fest. Mit seinen Kindern hat das Aidlinger Stadtoberhaupt öfter an der Carrera-Bahn gesessen und rechnet sich deshalb auch gute Chancen aus. "Ich denke, das ist wie Fahrrad fahren. So etwas verlernt man nicht."

Ganz so einfach, wie sich die Kreis-Prominenten das vorstellen, ist es dann aber doch nicht. Schon zu Beginn des Rennens wird klargestellt: "Derjenige, der am seltensten rausfliegt, gewinnt." Denn das Wiedereinsetzen dauert eine Weile. Auch wenn für diese Aufgabe extra die Kinder der Faustballabteilung auf der Rennstrecke bereit stehen.

Zum Promirennen wimmelt es von Zuschauern. Alle sind gespannt, wer wohl das Duell gewinnt. Thekla Walker geht als einzige Frau ins Rennen. Ehningens Bürgermeister Claus Unger musste absagen - für ihn tritt Gisbert Faubel ein. Als Präsident des TSV Gärtringen ist er bei der Carrera-Bahn schon oft mit dabei gewesen und bringt daher die meiste Erfahrung mit. Und so überrascht es auch nicht, dass Faubel schließlich den kleinen Siegerpokal stolz entgegennehmen darf.

Ingolf Welte hat es immerhin auf Platz zwei geschafft, Thomas Riesch geht als Dritter aus dem Rennen. Besonders stolz ist aber Thekla Walker: "Ich bin als einzige Frau dabei gewesen, hab' das noch nie gemacht und bin nicht Letzte geworden", freut sich Böblingens Landtagsabgeordnete der Grünen. "Aber es hat auch wirklich Spaß gemacht und war ganz lustig."

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