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Feinstes Programm rund ums Fliegen

Reges Interesse herrschte am Wochenende bei den Flugtagen des FSV Sindelfingen in Deckenpfronn

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    Ein Höhepunkt des Flugfests des FSV Sindelfingen in deckenpfronn war die Kunstflug-Vorführung von Thomas Bader aus Gosheim auf seiner Extra 330 Fotos: Thomas Bischof

Das Wochenende stand ganz im Zeichen der Flugkünste. Der Flugsportverein Sindelfingen hatte zu den Flugtagen auf sein Gelände in Deckenpfronn am Egelsee geladen. Formationsflüge, Modellflugshows und Oldtimer mit Flügeln sowie auf Rädern waren zu bestaunen.

Artikel vom 02. September 2018 - 18:36

Von Claudia Bauernfeind

DECKENPFRONN. Früher flog der 1953 gegründete FSV Sindelfingen zusammen mit der Hanns-Klemm-Luftsportgruppe über die Böblinger Hulb. Damals waren zu den Flugtagen stets annähernd 100 000 Besucher gekommen. FSV-Vereinsvorstand Peter Röhm erinnert sich noch - als ganz kleiner Kerle war er bei diesem Spektakel dabei.

Ab 1973 mussten die Flieger dann auf andere Plätze ausweichen. Die Böblinger Hanns-Klemm-Gruppe ging nach Eutingen und die Sindelfinger fanden auf dem alten, fast ungenutzten Militärflugplatz bei Deckenpfronn ein neues Zuhause. Alle zwei Jahre finden hier nun die Flugtage des FSV statt. Über beide Tage werden dann bis zu 4000 Besucher begrüßt. Auch in diesem Jahr war das Interesse groß. Schon am frühen Samstagnachmittag hieß es "ausgebucht": Bis 16 Uhr hatten sich knapp 50 Gäste zum Viertelstundenrundflug mit einem der beiden Motorflieger angemeldet. Je 14 Flüge pro Tag, mit jeweils bis zu drei Passagieren an Bord gingen in die Luft. Mehr Starts waren zwischen den einzelnen Flugshows nicht unterzubringen.

Mit den luftigen Vorführungen begonnen hatten die Gäste der Hanns-Klemm-Staffel. Mit ihren drei Maschinen, einer Klemm KI 25 sowie zwei Klemm KI 107, zauberten die drei Piloten zum Auftakt atemberaubende Formationen in den Himmel. Als anschließend der FSV-Pilot Uwe Morgenstern in die Luft ging, konnten die Besucher den Segelflieger Schleicher Ka6 in Aktion bestaunen. Mehrere 100 Stunden lang hat Morgenstern den Flugoldtimer aus dem Jahr 1951 mit Hingabe und Ausdauer restauriert.

Danach waren die Bodenpiloten mit ihren Segel-, Motor- und Jet-Modellen an der Reihe. Ganz vorne Stefan Bauer mit seiner LO 100. Er hatte extra für die Flugtage sein Modell mit Rauchpatronen bestückt. Nach dem Hochziehen durch die Schleppmaschine, wurde die LO 100 in einer Höhe von etwa 300 bis 400 Metern ausgeklinkt und schwebte vom Boden aus gesteuert gekonnt durch die Lüfte. Nun bewiesen die Anbauten ihre Funktion. Zwei rötlich-braune Streifen zog der Flieger auf seinen Runden und halsbrecherischen Umdrehungen hinter sich her. Bis zu 180 Stundenkilometer bringt das Modell mit 4,30 Metern Spannweite nach Aussage seines Besitzers auf den Tacho. Kontrolliert wurden die Starts und Landungen von einem geschätzt fünf Meter hohen Gerüst, von welchem aus geübte Airliner-Piloten eine optimale Übersicht über das Geschehen am Boden und in der Luft hatten. Eigens für die Flugtage hatte der Verein, nach den Vorgaben des Regierungspräsidiums Stuttgart, diesen provisorischen Tower aufstellen müssen. An normalen Tagen wird diese Flugleitung von einem Vereinsmitglied übernommen.

Der FSV zählt mit seinen drei Abteilungen Segelflug, Motorflug und Modellflug über 200 Mitglieder. Nachwuchssorgen kennt der Verein nicht. "Aktuell starten 27 Jungpiloten ab 14 Jahren in die Lüfte", sagt Peter Röhm. Dazu ergänzt sein Stellvertreter Dr. Walter Duschek: "Durch die vereinseigenen Flugzeuge und das Know-how, das jedes Mitglied einbringt, kann ein Paketpreis für Jugendliche angeboten werden, so ist es auch für junge Leute erschwinglich das Fliegen zu lernen." Er selbst fliege seit 45 Jahren und könnte dies ohne das Miteinander im Verein auch nicht bewältigen. Das Fliegen sei nicht nur ein Hobby, sondern eine unheilsame Krankheit. Es sei innovativ, man lerne ständig dazu und das mache es so spannend. Walter Duschek war am Wochenende als Besucherbetreuer für die fahrenden Oldtimer eingeteilt. Auf der Wiese direkt vor dem Zugang zum Fluggelände parkten die Exemplare mit H-Kennzeichen. Querbeet durch die letzten 50 Jahre standen Automobile, VW-Busse, Traktoren und Motorräder zur Schau. Von der Simson "Schwalbe", über die Corvette bis zu den Mercedesmodellen jeglicher Baujahre war hier alles zu sehen.

Doch absolute Hauptattraktion waren die Piloten in ihren fliegenden Kisten. Und wer an diesem Wochenende die Chance zum Mitfliegen verspasst hatte, konnte sich als Alternative mit einem Geschenkpaket zu einem Segelflug eindecken. Von April bis Oktober herrscht Flugbetrieb am Egelsee. Während dieser Zeit können nach vorheriger Terminabsprache die Gutscheingäste in die Luft gehen.

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