Das Schicksal der Kettenmenschen

'S Deckenpfronner Chörle unterstützt Projekt in Westafrika und zeigt Film "La Maladie du Démon"

Artikel vom 12. April 2018 - 18:24

DECKENPFRONN (red). 'S Chörle präsentiert am Samstag, 14. April, im evangelischen Gemeindehaus in Deckenpfronn den Film "La Maladie du Démon" ("Die Krankheit der Dämonen"). Er beschreibt die Situation der psychisch und an Epilepsie erkrankten Menschen in Westafrika. Gedreht hat ihn Lilith Kugler vom Freundeskreis Yenfaabima, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, diese Menschen von ihren Ketten zu befreien.

Ana hatte schon fast die Hoffnung verloren, jemals wieder ein normales Leben führen zu können. Wegen ihres sonderbaren Verhaltens hatte sich ihre Familie nicht anders zu helfen gewusst, als sie mit einer Motorradkette am Rande des Dorfes anzubinden. So lebte sie schon zwölf Jahre. Da hörten die Angehörigen im Radio die Ankündigung der ersten psychiatrischen Sprechstunde des Vereins Yenfaabima in Piéla in Burkina Faso am 28. November 2015. Als sie dort eintrafen, mussten sie lange warten, denn es waren viele gekommen. Sie sahen, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine waren. Heute lebt Ana wieder in ihrer Familie - mit Medikamenten, aber ohne Ketten. Sie baut Erdnüsse an und trägt so zum Unterhalt der Familie bei. Und sie hat ihr Lächeln wieder gewonnen.

Lilith Kugler, Studentin der Hochschule der Medien in Stuttgart, hat die Anfänge der Arbeit von Yenfaabima mit psychisch und an Anfallsleiden Erkrankten in ihrem Film "La Maladie du Démon" festgehalten. Die Filmemacherin stammt aus Stetten im Remstal. Die evangelische Kirchengemeinde dort unterhält seit Langem Kontakte nach Piéla. Pfarrer Tankpari Guitanga war mit Musiker(inne)n seiner Kirche mehrmals zu Gast in Deutschland. Und der deutsche Freundeskreis hat mit Spenden zum Bau eines kirchlich-musikalischen Zentrums in Piéla beigetragen.

Auch 's Chörle in Deckenpfronn hat die Projekte in Piéla schon einige Male mit dem Erlös aus seinen Konzerten unterstützt. Mit der Filmpräsentation am Samstag, 14. April, um 19 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr) im evangelischen Gemeindehaus unterstützen die sangesfreudigen Frauen und Männer, die internationales Liedgut im Repertoire haben, das Kettenmenschen-Projekt. Und sie wollen vor Augen führen, was mit Spenden aus Deutschland bereits erreicht worden ist. Pfarrer und Yenfaabima-Gründer Tankpari Guitanga sowie die psychiatrische Fachkraft Timothée Tindano kommen mit nach Deckenpfronn und werden im Anschluss an den Film Fragen beantworten.

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