Flüchtlinge: Walker ruft zur Besonnenheit auf

Hitzige Debatte um geplante Unterkunft in Gärtringen

Artikel vom 13. März 2018 - 18:06

GÄRTRINGEN (red/jps). Im Streit um die Erweiterung des Baugebietes Kayertäle-Ost in Gärtringen ruft die Grünen-Landtagsabgeordnete Thekla Walker alle Beteiligten dazu auf, zu einer sachlichen Diskussion zurück zu kehren. Auf einer Bürgerversammlung in der Gärtringer Ludwig-Uhland-Halle am 6. Februar äußerten viele Anwohner ihren Unmut über die Pläne der Verwaltung, in dem Gebiet neben der Ausweisung von Bauland auch eine Sammelunterkunft für rund 50 Flüchtlinge zu errichten. In diese Kerbe schlugen daraufhin auch Vertreter der Partei Alternative für Deutschland (AfD). Sie forderten von Bürgermeister Thomas Riesch, sich der Vorgabe zum Bau der Unterkunft zu widersetzen. In den Reihen der anderen Parteien machte sich Empörung breit.

Thekla Walker: "Es ist nachvollziehbar, dass beim Bau von Sammelunterkünften Fragen und Sorgen formuliert werden. Aber es ist völlig inakzeptabel, dass eine derartige Situation genutzt wird, um zusätzliche Ängste zu schüren und die eigene Partei in Stellung zu bringen. Es ist mir ein zentrales Anliegen, dass wir Probleme offen ansprechen und gemeinsam nach Lösungen suchen, die allen Beteiligten gerecht werden. Aber Äußerungen, wie sie in der vergangenen Woche der AfD-Bundestagsabgeordnete Markus Frohnmaier gemacht hat, entbehren jeder Grundlage und verhindern einen konstruktiven und sachlichen Dialog", erklärte Walker in einer Pressemitteilung. Frohnmaier hatte zuvor von Gärtringer Grünen-Wählern gefordert, Asylbewerber privat bei sich aufzunehmen. Außerdem hat der AfD-Politiker die Schutzwürdigkeit der Flüchtlinge mit harschen Worten angezweifelt.

Gemeinden sind laut Gesetz zur Unterbringung von Asylbewerbern verpflichtet, sobald der Landkreis diese aus seiner Obhut entlässt. Im laufenden Jahr muss Gärtringen daher insgesamt weitere 140 Flüchtlinge aufnehmen, Derzeit leben bereits 70 Asylbewerber dezentral in der Gemeinde verteilt. Zwar wird das ehemalige Möbelhaus Brodbeck umgebaut, um es als Unterbringung zu nutzen - dort finden aber nur bis zu 115 Menschen Platz.

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