Mit Rückenwind in die dritte Amtszeit

2031 Wähler stimmen für Wolfgang Lahl - das sind 94 Prozent der abgegebenen Stimmen. Wahlbeteiligung bei 28,85 Prozent.

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    Wolfgang Lahl und seine Frau Petra freuen sich über ein starkes Wahlergebnis. Der stellvertretende Bürgermeister Klaus Finger (rechts) gratuliert Corona-konform per Ellenbogen Fotos: S. Schlecht

Artikel vom 28. Juni 2020 - 21:24

Von Volker Held

WEIL IM SCHÖNBUCH. Bürgermeister Wolfgang Lahl bewarb sich nach 16 Dienstjahren für eine weitere Amtszeit. Er hatte keinen Gegenkandidaten. Das war bei der ersten Wiederwahl anders. Im Juni 2012 wurde der damals 43-Jährige mit 75,91 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt, sein Herausforderer Martin Dietz landete mit 23,11 Prozent einen Achtungserfolg. Die Wahlbeteiligung lag im Jahr 2012 bei 52,39 Prozent.

Der stellvertretende Bürgermeister Klaus Finger, der das vorläufige Wahlergebnis kurz nach 19 Uhr vor dem Rathaus bekanntgab, sprach von einem "überragenden Wahlergebnis" und einer "sehr, sehr guten Wahl für unsere Gemeinde". Michael Lutz, Bürgermeister der Nachbarstadt Waldenbuch, sah in dem Ergebnis "ein bemerkenswert gutes und hohes Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung". Auch Landrat Roland Bernhard gratulierte zur Wiederwahl. Lahl mache "einen tollen Job" und sei "mit Leib und Seele Bürgermeister", lobte der Landrat, der die Wahlbeteiligung allerdings für "ein bisschen mager" hielt.

Wolfgang Lahl bedankte sich für das Wahlergebnis, das "eine ganz besondere Wertschätzung" ausdrücke. Trotz aller Besonder- und Eigenheiten der Weiler, Neuweiler und Breitensteiner setzt der 51-Jährige auf "das Wir in der Gesamtgemeinde".

Wolfgang Lahl startet motiviert in die dritte Amtsperiode als Bürgermeister der 10080 Einwohner großen Schönbuchgemeinde. Die weitere Entwicklung von Breitenstein, Neuweiler und Weil möchte der Diplomverwaltungs- und -betriebswirt gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie dem Gemeinderat und den Beschäftigten vorantreiben. Wichtige Themen sind für Lahl das Bürgerhaus, neue Pflegeplätze, die Umsetzung der Tagespflege und die Wohnbaugebiete Bäumlesweg in Weil, Pfadäcker in Neuweiler und Heineweg in Breitenstein. Hinzu kommt die Gewerbegebietserweiterung Lachental.

Weitere Themen sind die Fertigstellung des Kita-Neubaus Weil-Mitte, die (Klein-)Kinderbetreuung insgesamt, der Glasfaserausbau und der Digitalpakt für die Schulen.

Der alte und neue Weiler Schultes setzt sich für "eine lebendige, aber immer noch ländlich geprägte Gemeinde mit einem großen, breiten Angebot an Kultur, an Sport, an sozialen Diensten und einem hohen Maß an Ehrenamt" ein.

Auch die Bürgermeisterwahl war von den Einschränkungen, die die Corona-Pandemie mit sich bringt, geprägt. In der Gesamtgemeinde Weil im Schönbuch mit den Teilorten Breitenstein und Neuweiler gab es diesmal statt der sonst üblichen sechs nur vier Wahllokale. Um die Mindestabstände einhalten zu können, fungierten erstmals die drei Gemeindehallen in Breitenstein, Neuweiler und Weil sowie das Weiler Sportzentrum als Wahllokale. Es wurden umfassende Maßnahmen zum Infektionsschutz getroffen. Eine herausragende Bedeutung hatte auch die Briefwahl. 1717 der 2274 Wählerinnen und Wähler gaben ihre Stimme per Briefwahl ab.

Schlussendlich wurde das Wahlergebnis vor dem Weiler Rathaus unter freiem Himmel bekanntgegeben. Die Reden wurden von den Weiler Harmonikafreunden musikalisch umrahmt. Der Marktplatz war abgesperrt. Der Zugang wurde kontrolliert. Die zur Verfügung stehenden 99 Sitzplätze wurden nicht ganz ausgeschöpft.

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