Förster im Kampf mit dem Borkenkäfer

Schönbuch zeigt noch geringe Schadensbilder durch den Klimawandel - MdL Thekla Walker: Ausbildungspakt mit Förstern fortführen

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    Beim Waldbegang erklärt Weils Förster Daniel Berner (vorne) seinen Gästen aus der grünen Landes-, Kreistags- und Kommunalpolitik, wie es um den Schönbuch bestellt ist Foto: red

Dem Wald geht es schlecht in Baden-Württemberg. Trockenheit, Hitze und der Borkenkäfer setzen ihm vielerorts gewaltig zu. Doch wie ist es um den Schönbuch bestellt? Das wollte Landtagsabgeordnete Thekla Walker beim Waldspaziergang mit Weils Revierförster Daniel Berner in Erfahrung bringen.

Artikel vom 12. September 2019 - 14:48

WEIL IM SCHÖNBUCH (red). Rund 40 Gemeinderäte und Kreistagsabgeordnete der Grünen sind dieser Frage auf Walkers Einladung hin nachgegangen. "Die Wälder können wir nur retten, indem wir mit Nachdruck eine weitere Erderwärmung verhindern und so versuchen die Auswirkungen des Klimawandels einzudämmen", meint die stellvertretende Fraktionssprecherin der Grünen im Stuttgarter Landtag.

Revierförster Daniel Berner betonte, dass sich die Lage im Schönbuch von vielen Landesteilen Baden-Württembergs unterscheide. Aufgrund der diesjährigen Witterung mit normalem Niederschlag verzeichne man im Schönbuch weniger Schäden als andernorts. Während des zweistündigen Rundgangs präsentierte Berner an diversen Stationen Waldbilder des Schönbuchs.

Nur rund drei Prozent der Eschen werden Schadpilz überleben

Die erste Station zeigte die Folgen der Stürme Wiebke im Jahr 1990 und Lothar zur Jahrtausendwende. Die Sturmschäden wurden ausgeglichen durch die sogenannte Naturverjüngung, also dem natürlichen Wachstum auf frei gewordenen Waldflächen. In die Höhe geschossen sind vor allem Bergahorn und Esche. Die aufkommenden Eschen allerdings werden vom "Falschen Weißen Stängelbecherchen" befallen - einem Pilz, der dafür sorgt, dass Äste und Baumkronen absterben und auch das Holz von innen heraus verfaulen kann. Von außen ist dies kaum sichtbar und es besteht die Gefahr, dass die Bäume einfach umfallen. Heute wird davon ausgegangen, dass sich nur rund drei Prozent der Eschen gegen den Schadpilz wehren können und überleben werden.

Die zweite Station zeigte eine Naturverjüngung im Waldbestand mit älteren Buchen. Aufgrund der Hanglage und dem tonhaltigen Untergrund machte die Trockenheit der letzten Jahre den Buchen zu schaffen. Einige Kronen zeigen abgestorbene Äste und deutlich weniger Laub als andere.

Der Fichtenforst an der dritten Station wurde in den 70er Jahren gepflanzt. Das Problem der Fichten ist klar erkennbar - der Borkenkäfer setzt ihnen zu. Wird ein Käferbefall entdeckt, ist schnelles Handeln angesagt, betont Berner: Die Bäume müssen umgehend gefällt und entrindet werden, sodass die Käferlarven in der Rinde vertrocknen. Nur in den ersten sechs Wochen könne eine rasche Ausbreitung wirksam verhindert werden. Wegen Mangel an Fachkräften im Forstbereich und fehlenden forstwirtschaftlichen Betrieben ist dies jedoch längst nicht mehr in allen Wäldern des Landes durchführbar. Mit der Folge, dass die Bäume nicht rechtzeitig abtransportiert werden können und der Borkenkäfer sich weiter ausbreiten kann. In einzelnen Landesteilen werden deshalb Wälder schon aufgegeben und für verloren erklärt. "Es ist wichtig, dass das Land Baden-Württemberg den Ausbildungspakt mit der Forstverwaltung weiter fortführt, damit genügend Fachkräfte ausgebildet werden können," betont Thekla Walker.

Ein Mischwald mit teilweise 150 Jahre alten Bäume wie Lärchen, Tannen und Ahorn in einem stufigen Waldbestand sorgt für ein einzigartiges Waldklima. Dieser Teil des Waldes hat bis heute noch kein Problem mit den großen klimatischen Veränderungen. Es ist jedoch noch unklar, ob solche Mischwälder der Trockenheit weiterhin standhalten können, sollten die trockenen Hitzesommer künftig zur Regel werden.

Zum Abschluss des Waldbegangs warf die Gruppe noch einen Blick auf einen Fichtenwald im Privateigentum, in dem Borkenkäfer rund 15 Bäume zum Absterben brachten. Vor allem im privaten Waldbesitz kann eine finanzielle Nothilfe des Landes bei der Bekämpfung und Beseitigung der klimabedingten Waldschäden helfen.

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