Die Eine-Welt-Gruppe Waldenbuch spendet ein Dreirad für ein Witwenprojekt in Burkina Faso

Ein Dreirad für 300 Witwen und Waisen

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    Mit einem Dreirad können die Frauen in Burkina Faso nun das Gemüse schnell und einfach zum Markt transportieren Foto: red

Artikel vom 18. Mai 2020 - 16:12

WALDENBUCH (red). Wie überlebt eine Witwe mit ihren Kindern und ohne Beruf in einem Land wie Burkina Faso, das keine Sozialversicherung kennt und das schon Mühe genug hat, die normale Bevölkerung mit dem Lebensnotwendigen zu versorgen?

Früher war die Antwort einfach: Die Witwe wurde mit dem Bruder des verstorbenen Mannes verheiratet. "Was aber", so Burkhard Wolf, Leiter der Eine-Welt-Gruppe Waldenbuch, "wenn es keinen Bruder gibt oder dieser schon verheiratet ist und, wie es heutzutage häufig vorkommt, keine Mehrehe eingehen möchte?"

"Das war der Grund, warum wir als Eine-Welt-Gruppe beschlossen haben, das Witwenzentrum in Siglé, einem kleinen Ort nicht weit entfernt von Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou, zu unterstützen", so der Leiter der Gruppe.

Rund 300 Witwen und Waisen aus den umliegenden Dörfern haben sich hier zusammengetan, um durch ein Bündel verschiedener Maßnahmen ihren Lebensunterhalt sicherzustellen.

"Wir haben dem Projekt in der Vergangenheit schon öfters geholfen, etwa durch Finanzierung eines Stalls, in dem nach Anleitung von Fachkräften Ochsen für den Verkauf gemästet werden. Diesmal haben wir uns aber etwas Besonderes einfallen lassen", sagt Wolf.

Erlös von Altpapiersammlung wird in Lastenfahrzeug investiert

"Wir haben für die Witwen ein dreirädriges Lastenfahrzeug gekauft. Finanziert haben wir die 1600 Euro für den Kauf aus dem Erlös unserer Altpapiersammlungen, die wir monatlich im Auftrag des Landratsamts Böblingen durchführen. Mit dem Fahrzeug muss jetzt das Gemüse aus heimischem Anbau nicht mehr mühsam in vielen Kleintransporten mit Fahrrädern oder Motorrädern auf den nächsten größeren Markt gebracht werden. Die Erzeugnisse kommen jetzt auf einmal und frisch an. Damit steigen natürlich die Einnahmen und der Erfolg des Witwenprojekts", schließt Wolf.

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