Ein dreifaches "Patsch Nass" auf Steinenbronns Floriansjünger

Zur Waldbrandübung der Steinenbronner Feuerwehr rückten Retter aus Waldenbuch, Böblingen und Schönaich an

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    Kilometerlange Schläuche müssen verlegt werden bis zum Brandort im Wald Foto: SDMG

Artikel vom 09. Juli 2019 - 13:24

STEINENBRONN (red). Mehr als zwei Kilometer verlegte Schläuche, 17 Fahrzeuge mit über 70 Einsatzkräften von Feuerwehr, Jugendfeuerwehr und dem Roten Kreuz: Bei der Waldbrandübung der Steinenbronner Feuerwehr am Sonntag war mächtig was los.

Sonntag, 8.30 Uhr. Ein Alarm unter dem Stichwort "2 BA" - Brand außerorts, Stufe 2 - geht auf der Feuerwache in Steinenbronn ein. Mit einem Löschzug rücken die Floriansjünger in den Naturpark Schönbuch aus. Genauer gesagt zu einer Hütte bei den "riesigen Mammutbäumen". Hier ist ein Brand ausgebrochen, der sich auf den umliegenden Wald und die Waldwiese ausbreitet. Außerdem werden in diesem Gebiet drei Jugendliche vermisst.

Deswegen startet die Steinenbronner Wehr umgehend mit den ersten Maßnahmen zur Brandbekämpfung und der Menschenrettung. Zudem erhöht sie sofort die Alarmstufe und fordert dadurch zusätzliche Unterstützung an. Denn wegen der vorherrschenden Trockenheit befürchten die Floriansjünger eine Ausbreitung des Brandes.

In der Folge übernimmt ein weiterer Löschzug aus Waldenbuch die Brandbekämpfung im Wald. Um die Löschteams mit ausreichend Wasser zu versorgen, verlegen indes die Kameraden aus Steinenbronn und Schönaich sowie von der Steinenbronner Jugendfeuerwehr zwei jeweils zwei Kilometer lange Schlauchleitungen vom Ortsrand bis zur Brandstelle. Wie eine Landschaftmalerei ziehen sich die Schlauchschlangen die Feld- und Waldwege entlang.

Weil der Weg lang und der Höhenunterschied groß ist, muss eine Verstärkerpumpe und ein Wechselladerfahrzeug mit Abrollbehälter herangeschafft werden. Das Fahrzeug der Feuerwehr Böblingen führt dabei über 5000 Liter Wasser und Sonderlöschmittel mit sich. Der Löschwassertank dient gleichzeitig als Puffer, falls irgendwelche Schwankungen auf der Leitung entstehen sollten.

Während die Löschmaßnahmen laufen, richten die Floriansjünger am Ortsrand mit dem Einsatzleitwagen 2 und der Führungsgruppe des Landkreises Böblingen die Einsatzleitung ein. Mit einer Drohne mit integrierter Wärmebildkamera verschaffen sich die Kameraden ein Bild von der Ausbreitung und können die Brandbekämpfung somit zielgerichteter koordinieren.

Die drei vermissten Jugendlichen können derweil in Sicherheit gebracht und vom DRK-Ortsverein Steinenbronn behandelt werden. Gegen 10.30 Uhr beendet Einsatzleiter Matthias Bauer die Übung und die Floriansjünger rücken zu ihrem nächsten Einsatz aus: dem mittlerweile traditionellen Familiengrillfest.

Steinenbronns Bürgermeister Johann Singer, der sich selbst ein Bild der Leistungsfähigkeit seiner Feuerwehr gemacht hatte, dankte allen Übungsbeteiligten. Auch Stefan Turata, Kommandant der Feuerwehr Steinenbronn, hatte Worte des Dankes für zwei Kameraden im Gepäck, die erstmals eine Übung vorbereitet hatten. Mit einem dreifachen "Patsch Nass" für Steinenbronn und "Wasser Marsch", wie es in Waldenbuch heißt, begann anschließend der gemütliche Teil.

Während der Übung meldeten Anwohner einen geringen Wasserdruck in ihren Häusern, es stellte sich aber heraus, dass nicht die Feuerwehrübung, sondern Rohrbrucharbeiten für den niedrigen Druck verantwortlich waren.

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