Informationswoche der Eine-Welt-Gruppe Waldenbuch zum Thema "Rohstoffgerechtigkeit

Das Unrecht beginnt mit dem Abbau

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    Ein Junge aus Ghana wühlt sich durch Berge von Müll, um wiederverwertbare Elektro-Schrott-Teile herauszusammeln Foto: red/Welcome to Sodom

Artikel vom 12. März 2019 - 17:48

WALDENBUCH (red). Eine ganze Woche lang rückt die Eine-Welt-Gruppe Waldenbuch mit einer Veranstaltungsreihe das Thema der Ausbeutung von Armutsländer durch den Abbau von Rohstoffen in den Mittelpunkt. Gestartet wird am Dienstag, 26. März, im Hauptveranstaltungsort, dem Haus der Begegnung, Bahnhofstraße 6. Den Abschluss macht ein Festgottesdienst in der Stadtkirche Sankt Veit am Sonntag, 31. März. Alle Veranstaltungen sind unentgeltlich, Spenden willkommen.

Rohstoffe sind das Lebenselixier der Weltwirtschaft und Grundlage des weltweiten Wohlstands. Seltene Erden, die umkämpften Rohstoffe des Hightech-Zeitalters, sind unverzichtbare Grundlage ganzer Industriezweige - Handys, Computer, Windräder, Hybrid- und Elektroautos - kaum etwas würde funktionieren ohne diese Rohstoffe.

Demgegenüber stehen unhaltbare Zustände beim Abbau und der Verarbeitung. Vom Rohstoffreichtum profitieren nur wenige, viele leiden unter unhaltbaren Zuständen bei Abbau und Verarbeitung, teilt die Eine-Welt-Gruppe rund um den Vereinsvorsitzenden Burkhard Wolf mit. Arbeits- und Menschenrechte werden missachtet, Länder systematisch geplündert und die Umwelt geschädigt. Und: Verbindliche und sanktionsfähige Vorschriften für international agierende Unternehmen fehlen in der Regel. In den Coltan-Minen des Kongo müssen zum Beispiel Kinder arbeiten, die Goldminen in Brasilien vergiften Flüsse und Menschen mit Arsen, für Kupferminen in Peru werden Dorfgemeinschaften zwangsumgesiedelt.

"Die Verarbeitung der Rohstoffe erfolgt meist in China durch unterbezahlte Arbeiterinnen und Arbeiter, die bis zu 180 Überstunden im Monat leisten müssen, keine Schutzkleidung bekommen und bei Fehlern mit Lohnabzug bestraft werden", macht die Waldenbucher Aktionsgruppe klar.

In vielen Bürgerkriegsländern auf der Welt verdienten bewaffnete Gruppen am Verkauf der Rohstoffe. Mit dem Kauf von Gold, Zinn oder Coltan finanzierten Unternehmen und somit auch deren Kunden oftmals direkt oder indirekt die kriegsführenden Parteien.

Vielfach zu Menschenrechtsverletzungen und gravierenden Umweltschäden kommt es jedoch auch beim Recycling der Rohstoffe.

Am Dienstag, 26. März, hält Tom Ferraz Nagl, Entwicklungshelfer und Dozent in der Erwachsenenbildung, einen Vortrag zum Thema "Konfliktrohstoffe - Technischer Fortschritt aus schmutzigen Minen" um 20 Uhr im Haus der Begegnung; dabei rückt er vor allem die Themen von Gerechtigkeit, Armut und Kinderarbeit in den Mittelpunkt. Sein erklärtes Ziel ist es, durch neue Denkansätze und Perspektivenwechsel realistische Handlungsmöglichkeiten für Veränderungen in den Fokus zu nehmen.

Der Film "Welcome to Sodom - dein Smartphone ist schon hier" in Kooperation mit Kino vor Ort wird am Donnerstag, 28. März, um 20 Uhr im Haus der Begegnung gezeigt. Vorgeführt wird dabei am Beispiel der Arbeiter einer riesigen Elektro-Müllkippe in Ghana das ungeheure Ausmaß illegaler Elektroschrott-Entsorgung.

Der Abschlussabend in Kooperation mit dem Kulturwerk Waldenbuch am Samstag, 30. März, um 18 Uhr im Haus der Begegnung wird vom Chilenen Sergio Vesely mit Musik und kritischen Texten begleitet. Um die weltweite Earth Hour zu unterstützen, wird elektrisches Licht durch Kerzenschein ersetzt. Während der kleinen Bewirtung bleibt viel Raum für Gespräche.

Den Schlusspunkt setzt der Themengottesdienst am Sonntag, 31. März, um 10 Uhr in der Stadtkirche mit Pfarrer Georg List. Dann wird auch Abschied von der Goldenen Friedenstaube genommen, die ein Jahr lang in Waldenbuch Station gemacht hat und nun zunächst nach Brandenburg und von dort in die Mongolei weiterfliegt. Nach dem Gottesdienst gibt es Raum zur Diskussion beim fairen Kirchkaffee.

Parallel und vorgeschaltet zur Veranstaltungsreihe wird eine Ausstellung zum Thema "Ressourcengerechtigkeit" präsentiert - verbunden mit einer Handysammelaktion der NABU-Ortsgruppe Steinenbronn/Waldenbuch. Besichtigt werden kann die Ausstellung im Alten Rathaus zu den regulären Öffnungszeiten zwischen Freitag 15. März und Montag, 25. März. Vom 26. bis 30. März ist sie dann im Haus der Begegnung zu sehen, ehe sie vom 1. bis 5. April wieder ins Waldenbucher Rathaus zurückkehrt.
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