Flaggschiff Ritter Sport auf gutem Kurs

2019 investiert der Schokoladenproduzent 16 Millionen für den Neubau der Verwaltungszentrale in Waldenbuch

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    Ritter Sport ist Waldenbuchs größter Arbeitgeber und Steuerzahler. 2019 wird der Neubau der Verwaltungszentrale in Angriff genommen. Expansionen im Gewerbegebiet Bonholz lassen indes weiter auf sich warten - das Umsatzwachstum muss dafür noch deutlicher ausfallen Foto: Martin Müller

Für Waldenbuchs größten Arbeitgeber, den Schokoladenhersteller Ritter Sport, war 2018 ein Ausnahmejahr. Nach äußerst gutem Beginn hat die lange Hitzeperiode im Sommer den Absatz spürbar beeinträch- tigt. Vor Ort steht 2019 besonders der Neubau des Verwaltungsgebäudes am angestammten Platz auf dem Plan.

Artikel vom 01. Februar 2019 - 17:48

WALDENBUCH (red/mmü). Trotz Hitzewille - vor allem dank des weiterhin guten Auslandsgeschäfts schließt das schwäbische Familienunternehmen laut Pressemitteilung das Geschäftsjahr 2018 mit einem leichtem Umsatz- und Absatzplus ab und rechnet mit einem Gesamtumsatz von 489 Millionen Euro (2017: 482 Millionen Euro).

Die GmbH & Co. KG verzeichnet Wachstum vor allem im Ausland. So entfallen 2018 rund 42 Prozent des Gesamtumsatzes auf den Export. Alle europäischen Auslandsniederlassungen, inklusive Russland, konnten Marktanteile hinzugewinnen. Während der deutsche Tafelschokoladenmarkt insgesamt weiter rückläufig ist, erzielt Ritter Sport 2018 im Ausland ein leichtes Absatzplus von 2,1 Prozent.

Im besonders hart umkämpften deutschen Markt der 100-Gramm-Schokoladentafeln kann das Unternehmen seine Marktanteile leicht ausbauen (wertmäßig 2018: 22 Prozent, 2017: 21,9 Prozent; mengenmäßig 2018: 21,9 Prozent, 2017: 20,6 Prozent). Die Ertragslage bezeichnet das Unternehmen als zufriedenstellend. Dazu beigetragen hat auch eine effiziente Produktion, für die Ritter Sport vom US-amerikanischen TPM Institut als "Fabrik des Jahres 2018" ausgezeichnet wurde.

Um diese Erfolgsgeschichte fortzuschreiben und Ritter Sport national wie international als starke, unverwechselbare Marke in die Zukunft zu führen, rückt das Unternehmen künftig das Thema Kakao in den Fokus. Sichtbar wird das unter anderem an der Einführung einer neuen Kakao-Klasse mit den Tafeln "Die Milde" (55 Prozent Kakaoanteil aus Ghana), "Die Feine" (61 Prozent Kakao aus Nicaragua) und "Die Kräftige" (74 Prozent Kakao aus Peru).

Die Bedeutung des Themas Kakao für Ritter Sport äußert sich auch in einem nachhaltigen Umgang mit dem Rohstoff, der soziale und ökologische Bedingungen in den Ursprungsländern im Blick behält. So bezieht Ritter Sport seit Anfang 2018 als bislang einziger großer Schokoladentafelhersteller für sein gesamtes Sortiment zu 100 Prozent zertifiziert nachhaltigen Kakao. Die eigene Kakaoplantage in Nicaragua wird 2019 voraussichtlich erstmals bis zu 190 Tonnen nachhaltig angebauten Kakao für Ritter Sport Schokolade liefern.

Der nachhaltige und faire Anbau von Kakao als Firmenmaxime

Bereits in diesem Jahr sollen bis zu 80 Prozent des verarbeiteten Kakaos aus Partnerschaften in den Ursprungsländern Nicaragua, Peru, der Elfenbeinküste, Ghana und Nigeria stammen. Rund elf Millionen Euro investiert Ritter Sport jährlich in den nachhaltigen Kakaobezug.

In Waldenbuch selbst steht 2019 vor allem der Neubau des Verwaltungsgebäudes auf der Agenda - ein 16 Millionen Euro teures Investitionsvorhaben. Dadurch soll eine viel engere Verzahnung der Abteilungen Marketing, Vertrieb und Forschung gelingen - mit Räumen die extra für solche Teambildungen eingerichtet werden, so Pressesprecher Thomas Seeger auf Nachfrage der Kreiszeitung: "Das ist ganz, ganz vordringlich."

Weiter auf sich warten lässt dafür der Ausbau der Produktion droben im Neubaugebiet Bonholz III, das sich Ritter Sport vor Jahren gesichert hat, um für etwaige Expansionen in Waldenbuch gut gerüstet zu sein. "Zeitnah wird im Bonholz nicht gebaut, das muss noch etwas warten", so der Pressesprecher: Wir haben die Zeitschiene da gelockert." Das Volumen des Umsatzwachstums erlaube es derzeit nicht, einen solchen "Riesensprung" zu machen - ehe nur ein "Sprüngle" am Produktionsstandort im Aichgrund.

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