Waldenbuch: Museum und Marktplatz sollen enger verzahnt werden

Außenstelle des Landesmuseums in Waldenbuch hofft auf Finanzspritze von knapp 20 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt

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Dr. Markus Speidel, Leiter des Museums der Alltagskultur im Schloss Waldenbuch, hofft, in nächster Zeit in seinem Haus notwendige Sanierungsmaßnahmen durchführen zu können. Für die notwendigen Renovierungsarbeiten geht man in Waldenbuch von einer Summe von knapp unter 20 Millionen Euro aus.

Artikel vom 12. Dezember 2018 - 18:00

WALDENBUCH (red). Für die Bereitstellung der dafür erforderlichen Gelder aus dem Landeshaushalt setzen sich die CDU-Landtagsabgeordneten Paul Nemeth und Sabine Kurtz ein, die kürzlich die Außenstelle des Landesmuseums Württemberg besucht haben und sich nun in einer gemeinsamen Presseerklärung zu Wort melden.

Rund 40 000 Menschen werden sich am Ende des Jahres die Klinke des Museums der Alltagskultur in Waldenbuch in die Hand gegeben haben. Doch die Ausstellungsräume im ehemaligen Jagdschloss der Württemberger sind in die Jahre gekommen. Deshalb hofften die Waldenbucher darauf, Gelder aus dem Landeshaushalt zu bekommen, um notwendige Reparaturarbeiten durchführen zu können. "Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Sanierung gelingt", sagt Nemeth bei einem Vor-Ort-Termin, den seine Landtagskollegin Sabine Kurtz, langjährige kulturpolitische Sprecherin ihrer Fraktion, angeregt hatte.

Großer Wunsch: Den Eingang Richtung Marktplatz verlegen

Ob Jagdgeschichten, Wohnwelten oder Exponate aus dem Lebensalltag von Menschen verschiedener Generationen - das Waldenbucher Museum der Alltagskultur, einzige Außenstelle des Landesmuseums Württemberg in Stuttgart, hat für jeden Geschmack etwas im Angebot. "Dieses Museum ist ein Schatz des Landes, der vor allem für Familien und die allgemeine kulturelle Bildung nicht zu unterschätzen ist", so Nemeth. Ähnlich sieht das Sabine Kurtz. "Wir setzen uns immer dafür ein, dass Kultur in allen Landesteilen erlebbar ist und nicht nur in den großen Städten." Das Museum in Waldenbuch sei ein gelungenes Beispiel für diese Kulturpolitik.

Um den Besuchern auch künftig spannende Ausstellungen in angenehmer Atmosphäre bieten zu können, sind jetzt einige Renovierungsmaßnahmen nötig. Geht es nach Dr. Markus Speidel, muss an verschiedenen Stellen erneuert werden. "Die derzeitigen Fenster leisten einen zu geringen Wärmeschutz. Auch die elektronische Ausrüstung unseres Waldenbucher Museumshauses ist überaltert und bedarf einer Modernisierung. Nur so können wir den steigenden Besucherzahlen auch zukünftig gerecht werden", konstatiert Speidel. Zudem wird eine Erneuerung des Lastenaufzuges und die Schaffung eines Veranstaltungsraumes für 50 bis 80 Personen angestrebt.

"Für eigene Veranstaltungen und auch zur Möglichkeit der Vermietung fehlt uns derzeit einfach ein geeigneter Raum. Kleine Veränderungen bei der Anordnung der bestehenden Wände würden hier schon reichen", sagt der Museumsleiter. Er und seine Mitstreiter aus dem Landesmuseum Württemberg hoffen daher auf eine zeitnahe Entscheidung des Landes.

Außer den Sanierungsmaßnahmen plant man in Waldenbuch auch die Neugestaltung des Eingangsbereiches. Bisher müssen Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte eine längere Strecke über Kopfsteinpflaster zurücklegen, um in das Museum zu gelangen. Zudem liegt der Eingang auf der dem Ortskern abgelegenen Seite. "Viele Besucher Waldenbuchs wissen gar nichts von uns, weil unser Eingang vom Ortskern her nicht zu sehen ist", klagt Speidel. Für die Neuorganisation des Museums-Erdgeschosses gibt es daher zwei verschiedene Pläne. Die kleine Lösung sieht eine Verlegung des Eingangs vor, die vor allem den Rollstuhlfahrern und Gehbehinderten entgegenkommen würde. Die andere Lösung würde darüber hinaus eine Verlegung auf die komplett andere Seite für eine bessere Anbindung des Museums sorgen. Einen großen Vorteil bei dieser Variante sieht auch Waldenbuchs Bürgermeister Michael Lutz. "Es wäre definitiv eine Aufwertung für unseren Stadtkern", ist sich der Rathauschef sicher. Eine Lösung, die auch für Paul Nemeth eine gute wäre. "Damit entstünde in Waldenbuch ein neuer städte-baulicher Akzent zwischen Museum, Rathaus, Marktplatz und Kirche", sagt der Böblinger Landtagsabgeordnete. Der Museumsleiter Dr. Markus Speidel und sein gesamtes Team hoffen jetzt darauf, schon bald zu wissen, in welchem Umfang in Waldenbuch saniert und umgebaut werden kann.

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