Wie Muslima zum Vereinssport kommen können

TSV Waldenbuch macht mit beim Integrationsprojekt "aktiF" des Schwäbischen Turnerbunds

Artikel vom 06. Dezember 2018 - 17:42

WALDENBUCH (red/mmü). Der TSV Waldenbuch macht sich stark für die Integration von Zugewanderten. Wobei der Schwerpunkt zunächst auf der Unterstützung speziell von Migrantinnen liegt. Die Waldenbucher haben nun - als einer von landesweit nur fünf Vereinen - ihre Bereitschaft erklärt, weiterhin am Projekt "aktiF - aktiv integrativ - Frauen im Verein" des Schwäbischen Turnerbunds mitzuwirken.

"aktiF" ist ein Pilotprojekt des Internationalen Bundes und des Schwäbischen Turnerbunds zur Integration von Mädchen und Frauen mit Zuwanderungsgeschichte, insbesondere aus muslimisch geprägten Ländern. Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms "Zusammenhalt und Teilhabe" durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat gefördert.

"Wir möchten ein Zeichen setzen, dass Vielfalt für uns etwas Normales ist", sagt Markus Brenner, Geschäftsführer des TSV. In seinem Werteleitbild hat sich der TSV bereits einem respektvollen Umgang unabhängig von Alter, Geschlecht, Religion oder Hautfarbe verschrieben. Weitere Schritte sollen nun folgen. "Selbstverständlich bedeutet das auch Veränderung im Verein. Deshalb wollen wir verstärkt unsere Mitglieder mitnehmen und für ein gutes und respektvolles Miteinander werben", ergänzt Ulrike Deinaß, die für die Kursplanung im Kinder- und Fitnessbereich beim TSV verantwortlich ist.

Und so bietet der TSV als Teilnehmer am "aktiF"-Programm bereits seit Januar 2017 einen Gymnastik-Kurs speziell für Frauen mit Zuwanderungsgeschichte an. "Plusminus zehn Frauen treffen sich hier regelmäßig im Kurs", freut sich Ulrike Deinaß, "immer mittwochs von 11 bis 12 Uhr und völlig unabhängig vom Alter".

Mit ihrer neuerlichen Vertragsunterzeichnung für das Projekt aktiF wollen die Waldenbucher nun ein Zeichen setzen, dass sie sich über diesen Kurs hinaus verstärkt interkulturell öffnen wollen. Inzwischen hat der STB einen Workshop für Vorstandsmitglieder durchgeführt, um Ansatzpunkte zur aktiven Förderung von mehr Vielfalt im Verein zu identifizieren. "Viele Ideen sind da", sagt Ulrike Deinaß. Zum Beispiel könnten einzelne Abteilungen wie die Fußballer oder Volleyballer in die Offensive gehen und kleine Turniere ausrichten, um auf das Sportangebot aufmerksam zu machen. Und Ulrike Deinaß denkt daran, auch ganz neue Kurse aufzumachen. Über den Kurs "Psychomotorik für Kinder" beispielsweise ist es ihr bereits gelungen, neuen Nachwuchs zu rekrutieren und einige Flüchtlingskinder anderen Abteilungen des Vereins zuzuführen. Wobei eine dauerhafte Integration in den einzelnen Sparten sicher auch "stark von der Offenheit der einzelnen Abteilungsleiter" abhängen wird.

Susanne Brand, Projektleiterin beim Schwäbischen Turnerbund (STB), ist erfreut über das weitergehende Waldenbucher Engagement. "Ich freue mich sehr, dass der TSV Waldenbuch weiterhin Partner im Projekt ist und vor allem sein Engagement speziell für Migrantinnen weiterverfolgt". Sie betont, dass es meistens für geflüchtete Frauen am schwersten sei, Zugang zum Vereinssport zu finden.

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