Umwege, Behinderungen und Existenzverlust

Die geplante Sperrung im Rahmen der Sanierung der Seilerstraße sorgte für hitzige Diskussionen im Steinenbronner Gemeinderat

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    Unmittelbar hinter der Kastanie sollen frühestens ab Mai 2019 keine Autos mehr fahren dürfen - dieser Vorschlag sorgte für Unmut Foto: Holger Schmidt

Artikel vom 22. November 2018 - 17:00

Von Holger Schmidt

STEINENBRONN. Die Sanierung der Seilerstraße, die frühestens im Mai des kommenden Jahres beginnen soll, sorgte im Steinenbronner Gemeinderat bereits am Dienstag für Kontroversen. Stein des Anstoßes war vor allem die geplante Sperrung der Tempo-30-Zone für den Durchgangsverkehr. Die einen befürchteten dadurch eine Behinderung der Müllabfuhr und unnötige Umwege für die Feuerwehr, CDU-Rat Otto Elsässer sieht gar die Existenz eines anliegenden Nebenerwerbslandwirtes in Gefahr, der "jedes Mal mit der Kirche ums Dorf" fahren müsse.

Dabei war der vorliegende Beschlussvorschlag in der jüngsten Gemeinderatsklausur umfassend besprochen worden und eigentlich erst aus dieser heraus entstanden. Dem Vernehmen nach im "guten Konsens". Erfreulicher Nebeneffekt für die Gemeinde: Einige Änderungen des ursprünglichen Planansatzes wie die Herausnahme des Anschlusses an die Tübinger Straße reduzieren die Kosten um rund 200 000 Euro auf nunmehr gut 730 000 statt 930 000 Euro. Einigkeit herrschte eigentlich auch darin, den Schleichverkehr durch die Tempo-30-Zone zu unterbinden.

Zuvor herrschte eigentlich Einigkeit im Gremium

Umso unverständlicher war es also, warum die unterschiedlichen Meinungen noch einmal derart heftig aufeinander prallten. Für eine Sanierung, aber gegen die Sperrung sprachen sich jetzt neben CDU-Mann Rainer Reddehase auch Mitglieder anderer Fraktionen aus. "Grün-Riegel oder Poller" und damit einen sicheren Schulweg forderte dagegen FWV-Frau Astrid Hagen und SPD-Rätin Antje Lindemeyer. Testweise sperren und gucken, ob's funktioniert, brachte CDU-Rat Wolfgang Müller ins Spiel. "Das ist bürgernah", ergänzte sein Fraktionskollege Frank Schweizer.

Die folgende Abstimmung erbrachte trotzdem eine Mehrheit für die Sanierung und Sperrung der Seilerstraße in vorgelegter Form. Einstimmigkeit herrschte darin, das schon jetzt involvierte Ingenieurbüro Pirker + Pfeiffer mit den weiteren Planungen, Bauvermessungen und der Objektbetreuung auch für den Einbau von Leerrohren für die spätere Breitbandversorgung zu beauftragen.

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