Waldenbuch: Thementag Kolonialismus

Im Museum der Alltagskultur

Artikel vom 15. November 2018 - 18:00

WALDENBUCH (red). Den Blick auf die Geschichte und den Alltag Baden-Württembergs zu wenden - dazu lädt ein Thementag mit Buchvorstellung, Führung und Gesprächsrunde am Sonntag, 18. November, von 14 bis 19 Uhr im Museum der Alltagskultur, Schloss Waldenbuch, ein.

Wie prägen Bilder aus der kolonialen Vergangenheit bis heute unsere alltägliche Wahrnehmung und das Geschichtsbild Baden-Württembergs? Dieser Frage gehen das Museum der Alltagskultur, der Verein schwarzweiss aus Heidelberg und die flanerie aus Stuttgart gemeinsam nach. Der Eintritt zu der öffentlichen Veranstaltung ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Obgleich man in vielen Städten des Landes (post-)kolonialen Spuren begegnen kann, wird das Thema in der Erinnerungskultur der breiten Öffentlichkeit nur marginal diskutiert. Oft fehlt ein differenziertes Wissen über die koloniale Vergangenheit "vor der eigenen Haustür", um deren Spuren wahrzunehmen. Die Kolonialgeschichte ist nicht nur ein Teil der Geschichte Baden-Württembergs, sondern die zu dieser Zeit entstandenen rassistischen und paternalistischen Weltanschauungen prägen bis heute die Wahrnehmung von "außereuropäischen" Kulturen sowie das Verständnis von der "eigenen" Geschichte.

Im Rahmen des Thementages wird ab 14 Uhr zunächst ein künstlerisch gestalteter Reiseführer vorgestellt, der zu ausgewählten Orten dieser Geschichte in Baden-Württemberg führt. Ob Straßen, Denkmäler oder Museen - an den unterschiedlichsten Plätzen ist die Kolonialgeschichte eingeschrieben. Aber auch in vielen Alltagsgegenständen lassen sich koloniale Spuren finden. Dies verdeutlicht der Leiter des Museums der Alltagskultur, Markus Speidel, um 14.30 Uhr in einer kolonialkritischen Sonderführung durch die Schausammlung. In einer abschließenden Gesprächsrunde diskutieren Experten ab 17 Uhr. Dabei stellen sich die Macher des Reiseführers auch den Fragen des Publikums.

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