Jahresausflug der Waldenbucher SPD führte zum Gefängnis Hohenasperg

Dem "höchsten Berg Württembergs" einen Besuch abgestattet

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Artikel vom 15. Oktober 2018 - 18:00

WALDENBUCH (red). Gemeinsam etwas unternehmen, miteinander ins Gespräch kommen, Neues sehen, Geschichte verstehen - das sind die Leitmotive des alljährlichen Ausflugs des SPD-Ortsvereins Waldenbuch. In diesem Jahr führte er in die nähere Umgebung, Ziel war die Festung Hohenasperg bei Ludwigsburg und dort die vom staatlichen Landesmuseum Haus der Geschichte präsentierte Dauerausstellung "Hohen-asperg - ein deutsches Gefängnis".

Der Hohenasperg hat sich als Gefängnis seit Jahrhunderten ins kollektive Gedächtnis der Württemberger eingenistet. Vom späten Mittelalter bis heute wurden hier Menschen eingekerkert. So spricht der Volksmund schon seit langem vom Hohenasperg als dem "höchsten Berg" des Landes, da man zwar in etwa zwanzig Minuten das Gipfelplateau des Asperg erreiche, es aber Jahre dauern könne, bis man wieder unten ankomme.

Prominente Namen finden sich in der überlangen Liste der Gefängnisinsassen, in deren Fällen sich der Vollzug nicht nur auf juristisch begründetes Strafmaß stützte, sondern auch landesherrliche Willkür bis hin zum Justizmord ein Spielfeld einrichtete. Zu den Opfern zählte da Finanzgenie Joseph Süß Oppenheimer, die Kammersängerin Marianne Pirkner, der Publizist und Dichter Christian Friedrich Daniel Schubart im 18. Jahrhundert, Nationalökonom Fridrich List, Dichter Berthold Auerbach, Pietisten der Gruppe von Rottenacker im 19. Jahrhundert oder der Politiker Eugen Bolz während des NS-Regimes. Auch "Remstal-Rebell" Helmuth Palmer wurde dort eingewiesen.

In einer imposanten und mit vielen Details gekennzeichneten Führung wurden über zwanzig beispielhafte Häftlingsbiografien der Dauerausstellung nahegebracht und ein Einblick in den Gefangenenalltag auf dem Hohenasperg gewährt.

Nachhaltig beeindruckt steuerten die Ausflügler danach die zweite Station an, das Weingut Holzwarth in Brackenheim mit seiner Besenwirtschaft. Bei guter Bewirtung, Gesang, unterstützt auf der Gitarre durch Ulrich Doster klang der Tag aus.

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