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Messwerte reichen für Maßnahmen nicht aus

Gemeinderat Steinenbronn beschließt Aufstellung eines vereinfachten Lärmaktionsplan

Artikel vom 26. September 2018 - 17:30

Von Holger Schmidt

STEINENBRONN. Krankmachende Lärmbelastungen durch den Straßenverkehr sind in Steinenbronn nicht vorhanden. Zu diesem Ergebnis kommt der am Dienstagabend im Gemeinderat vorgestellte Lärmaktionsplan. "Die Messwerte reichen für Maßnahmen nicht aus", so Wolfgang Wahl vom beauftragten Ingenieurbüro Rapp Trans AG.

An drei Punkten der Hauptverkehrsstraßen wurde das tägliche Verkehrsaufkommen ermittelt: An der Landesstraße L 1208 nördlich und südlich von Steinenbronn sowie an der Kreisstraße K 1051 zwischen Steinenbronn und Schönaich. 8200 Fahrzeuge in 24 Stunden müssen erreicht sein, damit nach Bundesimmissionsschutzgesetz überhaupt ein Lärmaktionsplan zu erstellen ist. 12 900 sind es in Steinenbronn-Nord, 7100 südlich der Gemeinde. 8187 auf der K 1051, die als Kreisstraße aber ohnehin keine Hauptverkehrstraße im Sinne der Umgebungslärmrichtlinie ist und somit in der landesweiten Kartierung der Landesanstalt für Umwelt auch keine Berücksichtigung findet.

Lärmwerte von mindestens 70 Dezibel tagsüber und 60 Dezibel nachts, die zwingend Maßnahmen nach sich ziehen würden, werden in Steinenbronn an keiner Stelle erreicht. Und auch Auslösewerte, die fünf Dezibel darunter liegen, nur in sehr geringfügigem Ausmaß. "Eine weitere Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf der L 1208 ist nicht durchsetzbar", fasste der Experte zusammen. Außerdem würde dies höchstwahrscheinlich andere Straßen im Ort mit zusätzlichem Verkehr belasten. Einzig der Einbau eines lärmmindernden Fahrbahnbelages könne bei zukünftig ohnehin anstehenden Sanierungsarbeiten in Betracht gezogen werden.

In fünf Jahren nächste Überprüfung

Nach dem jetzt einstimmig beschlossenen vereinfachten Verfahren aufgrund zu geringer Betroffenheit liegt der Lärmaktionsplan im Rathaus aus, um Bürgern und den Trägern öffentlicher Belange die Möglichkeit zur Einsicht zu bieten, bevor ihn der Gemeinderat endgültig beschließt. Alle fünf Jahre ist das Werk zu aktualisieren. "In der nächsten Stufe müssen wir die Kreisstraße K 1051 mit untersuchen", widersprach niemand der Forderung von OGL-Rat Stefan Hauser.

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