Drei Steinenbronnerinnen singen bei Musical mit

Musical Glöckner von Notre Dame im SI-Centrum Stuttgart: Der 28. April als ein Abend mit vielen Gästen aus dem Schönbuchdorf

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    Wo Quasimodo von der Decke hängt: Die Steinenbronnerinnen Dominic Strobel, Christiane von Scholley und Ute Grobelnik singen tatkräftig mit beim Musical im SI-Centrum Stuttgart Foto: red

Es ist ein monumentales Meisterwerk auf den Musical-Bühnen: Disneys "Der Glöckner von Notre Dame". Der weltberühmte Klassiker nach einem Roman von Victor Hugo läuft derzeit auf der Bühne des Stuttgarter SI-Centrums. Mit dabei in Mönchs-Kutten: drei Sängerinnen vom Steinenbronner Liederkranz.

Artikel vom 09. April 2018 - 17:24

Von Manfred Frank

STEINENBRONN. Den musikalischen Dreien aus Steinenbronn - Dominic Strobel, Ute Grobelnik und Christiane von Scholley - bleibt auch heute noch, einige Wochen nach der Premiere, vor Begeisterung fast die Luft weg. "Wir erleben derzeit einen Traum. Mehr kann man als Laiensängerin nicht erreichen." Das sagt Ute Grobelnik, und auch die anderen zwei Gesangskünstlerinnen aus der Schönbuchgemeinde sind hin und weg. "Die Shows sind einfach bombastisch", schwelgt Dominic Strobel. "Uns macht das riesigen Spaß", ergänzt Christiane von Scholley.

Die Drei vom Steinenbronner Liederkranz sind in der großen Profi-Welt internationaler Schauspiel- und Musik-Akteure angekommen. Mehr geht nicht. Das Fluidum und die Aura großer Bühnen ist greifbar: Erst Berlin und München. Jetzt Stuttgart.

Glückliche Umstände haben das große musikalische Ding möglich gemacht. Wobei: der ganz große Abend kommt erst noch. Für Samstag, den 28. April, haben die drei virtuosen Damen vom Liederkranz die große Werbetrommel herausgeholt. Alle Gesang-Fans aus Steinenbronn sollen da große Augen machen, wenn das Dreigestirn an diesem Abend im zwölfköpfigen Damenchor loslegt. Auch Bürgermeister Johann Singer wurde als möglicher besonderer Gast angesprochen. Und auch an die Damen und Herren aus der Kommunalpolitik wurde gedacht: Wie man eben auf die große Glocke haut. So ein monströses Klanginstrument ist nämlich wichtiger Bestandteil des Musicals.

Steinenbronns Gesangsliebhaber sollen sehen und hören, was der talentierte Drilling aus dem kleinen Schönbuchdorf in den Mönchskutten stimmlich und schauspielerisch zu bieten hat. Im monumentalen Bühnenbild mit Quasimodo nämlich, dem buckeligen Kerl im Paris des 15. Jahrhunderts. Ein besonderer Abend soll es werden. Vor großem Publikum, aber quasi mit Steinenbronner Note.

Dass die drei Sängerinnen den Sprung durch das Auswahlverfahren hinein in die Welt der Profi-Musicalstars schafften, haben die Stimmtalente aus der kleinen Schönbuch-Gemeinde ihrem Liederkranz-Vorsitzenden Peter Bieg zu verdanken. Der hörte in der Chorvereinigung Filder von den Musical-Plänen. Und da die drei Frauen vom Liederkranz auch sonst ganz fixe Geschöpfe mit schneller Auffassungsgabe sind, war die Verpflichtung mit Gage durch Stage-Entertainment schnell abgehandelt. Deren Chef, Jürgen Marx mit dem Titel Area-Director Süd/West, hatte schon vorher über den Top-Act verlauten lassen: "Es ist uns gelungen, für diese Show die besten Stimmen nach Stuttgart zu holen."

Drei Steinenbronnerinnen tragen jetzt also bei zum tief berührenden Klang des Musicals vor durchschnittlich 1000 bis zu 1500 Zuhörern pro Auftritt. Als würdige Kulisse des imposanten Bühnenbilds dient übrigens die Schlosskirche im Alten Schloss.

"Für mich ist mit diesem Auftritt ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen", sagt Dominic Strobel. Auch die vielen Proben mit Stimmbildern und Gesangsexperten waren mehr Lust als Last. Am liebsten hätte die blonde Sängerin nämlich Musik studiert. Auch wenn das nicht funktionierte: die Dame mit der Alt-Eins-Stimme im Musical-Chor hat auch so höhere Weihen im Auge. Sie soll einmal Nachfolgerin des langjährigen Steinenbronner Liederkranz-Chefs Peter Bieg werden. Klingt nicht schlecht, eine Liederkranz-Chefin mit Musical-Erfahrung, muss sich die Blonde aus Steinenbronn in weiser Voraussicht gedacht haben.

Zum Abschluss ein Städtetrip nach Paris zum Originalschauplatz

Gesangs-Kollegin Christiane von Scholley, die sich unter der Woche oft lädierten Muskel-Partien mit geübten Griff in ihrer Praxis widmet, ist mit der Sopran-2-Stimme schon jetzt in höheren musikalischen Gefilden unterwegs. Sie kennt den Stress-Ablauf im menschlichen Körper aus dem Effeff. Auch auf der Bühne. "Drei Stunden Show in höchster Konzentration. Da ist der Körper gefordert", sagt die Frau mit dem adligen klingenden Namen.

Noch ein dreiviertel Jahr läuft das Musical vom Glöckner-von-Notre-Dame auf der Stuttgarter SI-Bühne. Schon jetzt haben die Steinenbronner Damen über ein persönliches Happy-End nachgedacht. "Eine Reise nach Paris, zum Originalschauplatz des Glöckners", sinnieren sie. Dann wahrscheinlich ohne die sackigen Gewänder aus dem 15. Jahrhundert. "Momentan schweben wir aber noch auf Wolke sieben. Und wir sind froh, dass das Musical noch so lange läuft", resümiert Ute Grobelnik.

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