Schönaichs Bürgermeister Daniel Schamburek tritt zurück

Überraschende Entscheidung: Schönaich steht demnächst ohne Bürgermeister da.

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    Überraschender Rücktritt: Daniel Schamburek / Foto: Bischof/Archiv

Artikel vom 13. Januar 2021 - 18:33

SCHÖNAICH (red). Paukenschlag am Dienstagnachmittag: Aus dem Nichts hat Daniel Schmaburek, seit November 2017 Bürgermeister von Schönaich, seinen Rücktritt angekündigt. "Heute gebe ich die schwerste Entscheidung, die ich bisher in meinem Leben treffen musste, bekannt", schreibt Daniel Schamburek in einer Pressemitteilung, die gegen 16.50 Uhr die Zeitungen erreichte, "schon in einigen Wochen werde ich als Bürgermeister der Gemeinde Schönaich zurücktreten." Die verbleibende Zeit wolle er nutzen, um den Übergang auf seinen Stellvertreter zu organisieren.

Tatsächlich hat Schamburek aber bereits kurz vor Weihnachten bei Landrat Roland Bernhard vorgesprochen und seinen Rücktritt angekündigt, wie das Landratsamt bestätigt. „Ich respektiere die Entscheidung des Schönaicher Bürgermeisters", so Bernhard, "sie ist verständlich vor dem Hintergrund der tiefen Gräben, die zwischen Bürgermeister und Gemeinderat entstanden sind.“ Der Landrat appelliert, keine gegenseitigen Schuldzuweisungen zu machen, sondern die Situation als Chance für einen Neubeginn zu begreifen. Nun müsse zügig eine neue Bürgermeisterin oder ein neuer Bürgermeister gefunden werden. „Schönaich ist eine attraktive Gemeinde mit großen Potenzialen. Ich wünsche der Gemeinde und allen Bürgerinnen und Bürgern, dass ein guter Neustart gelingt,“ meint der Landrat.

Schamburek und Teile des Gemeinderats waren in der Vergangenheit immer wieder aneinandergeraten - zum Teil heftig. Landrat Roland Bernhard hatte bereits im Mai 2020 in einem Gespräch zwischen Bürgermeister Schamburek und dem stellvertretenden Bürgermeister Norbert Mezger moderiert. Dabei hatte man sich über die jeweiligen Erwartungen und Rollenverständnisse ausgetauscht. Auch die Zusammenarbeit mit der Verwaltung kam dabei zur Sprache. Noch vor Weihnachten wandten sich die Fraktionen aus dem Gemeinderat erneut mit einem Brief an den Landrat und baten um Vermittlung. "Mit der Entscheidung des Bürgermeisters zurückzutreten ist dieses Anliegen um Vermittlung hinfällig geworden", stellt das Landratsamt fest.

In der Pressemitteilung, die am Dienstagnachmittag verschickt wurde, nannte der 34-jährige Daniel Schamburek keine konkreten Gründe, sondern machte nur Andeutungen wie: "Wer vieles anpackt, bietet auch viel Raum für Angriffsfläche." und: "Oftmals wurde rechtlich und inhaltlich (fast) Unmögliches abverlangt." In der Pressemitteilung listet Schamburek zahlreiche Projekte auf, die man gemeinsam in Schönaich gestemmt habe. Dort heißt es aber auch: "Wir sind nicht überall so weit gekommen, wie wir es uns gewünscht haben." Er fühle sich in der Gemeindeverwaltung wohl, habe auch die Mitbürger liebgewonnen. "Klar, die Gesellschaft ändert sich, und es gibt von Tag zu Tag mehr ,besondere Bürger'", schreibt Schamburek, "bis auf diese Einzelfälle hatte ich es aber mit fairen und hilfsbereiten, manchmal kritischen, aber gleichermaßen wohlwollenden Menschen zu tun. Schönaich ist schön."

Als Darmsheimer Ortsvorsteher war Daniel Schamburek bei der Bürgermeisterwahl in Schönaich im November 2017 angetreten, als ein Nachfolger für Tobias Heizmann gesucht wurde. Schamburek setzte sich im ersten Wahlgang mit 54 Prozent der Stimmen durch. Die nächste Wahl hätte eigentlich erst 2025 angestanden.

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