Neuer Bürgermeister von Schönaich will sofort loslegen

Dr. Daniel Schamburek ist ins Amt eingesetzt und Vorgänger Tobias Heizmann verabschiedet worden

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    Daniel Schamburek (links) nimmt die Ernennungsurkunde und Glückwünsche von Landrat Roland Bernhard entgegen Foto: Thomas Bischof

Rund 130 Menschen drängten sich am Dienstagabend in den Sitzungssaal des Schönaicher Rathauses. In feierlicher Stimmung wurde Daniel Schamburek als neuer Bürgermeister eingesetzt. Dessen Vorgänger Tobias Heizmann erhielt zudem eine offizielle Verabschiedung.

Artikel vom 17. Januar 2018 - 17:54

Von Dirk Hamann

SCHÖNAICH. Der CDU-Landtagsabgeordnete Paul Nemeth war gekommen, Landrat Roland Bernhard ebenso wie Sindelfingens Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer oder die Bürgermeister Wilfried Dölker samt Demnächst-Nachfolger Ioannis Delakos aus Holzgerlingen, Erwin Heller aus Altdorf, Claus Unger aus Ehningen und Johann Singer aus Steinenbronn. Dazu wollten neben Vertretern aus örtlichen Institutionen, Kirchen und Vereinen, auch zahlreiche Bürger sowie die beiden ehemaligen Schönaicher Bürgermeister Franz Grupp und Axel Hepfer dabei sein, wenn der alte Schultes verabschiedet - und sein Nachfolger vereidigt wird.

"Wir haben selten eine Gemeinderatssitzung, die auf so großes Interesse stößt", freute sich der stellvertretende Bürgermeister Norbert Mezger bei der Begrüßung. Und machte sich gleich an den ersten Tagesordnungspunkt, der die Überschrift "Verabschiedung von Tobias Heizmann" trug. Der Mann, der Mitte November das Schönaicher Rathaus verließ, um die Stelle des Ersten Bürgermeisters in Böblingen anzutreten, hatte auf den Tag genau vor zehn Jahren sein Amt "mit jugendlichem Optimismus" in Schönaich angetreten, erinnerte der Fraktionsvorsitzende der CDU/FWV. Als Dank für seine "beachtliche Bilanz" in seiner Amtszeit überreichte er eine Familien-Jahreskarte für das Waldfreibad. Und das Versprechen, dass Heizmann im Frühjahr bei der von ihm initiierten jährlichen Baumpflanzung der Ehrenamtspreisträger diesmal in der Burghalde selbst einen Baum pflanzen darf.

"Die Freibad-Jahreskarte verstehe ich als klaren Auftrag an meinen Nachfolger - es muss nun auch geöffnet werden", scherzte der Schultes a. D., richtete noch ein paar wohlgesinnte Ratschläge an Daniel Schamburek sowie seinen "Dank für die letzten zehn Jahre an alle Schönaicher" und durfte sich auch von Landrat Bernhard offiziell mit einem Geschenk verabschieden lassen.

Anschließend ging Bernhard über zu Tagesordnungspunkt zwei. Er verlas und überreichte die Ernennungsurkunde an Daniel Schamburek, der sich bei der Wahl am 12. November mit 54,44 Prozent durchgesetzt hatte. "Sie dürfen sich sicher sein, dass der Landkreis gerne mit dieser Gemeinde zusammenarbeitet", richtete Bernhard aus, übergab ihm ein Buch über den Landkreis sowie einen Blumen-Gutschein für Schambureks Verlobte Kathrin Friedrich, die sich nun wohl daran gewöhnen müsse, öfter mal auf ihren arbeitenden Mann zu verzichten. "Wer weiß, vielleicht kann ja aus dem Versprechen dieser Verlobung ja auch noch was werden", fügte er mit einem Augenzwinkern hinzu.

Den Part der formalen Amtseinsetzung Schambureks übernahm Norbert Mezger. "Auf Sie kommt eine hohe Erwartungshaltung zu", gab er dem neuen Rathauschef, der nun Vorgesetzter von 142 Verwaltungsmitarbeitern ist, neben Glückwünschen, einer Saisonkarte für das Freibad und einer Ortschronik mit auf den Weg.

Nach Grußworten von Ortsbaumeister und Personalrat Wolfram Sonntag, von Timo Dreher, der als Vorsitzender des RSC Schönaich in Vertretung für die 25 örtlichen Vereine sprach, sowie vom katholischen Dekan Anton Feil durfte Schamburek zum Abschluss selbst ans Mikrophon. Nach einem Dankeschön machte er deutlich, dass er gewillt ist, sich sofort in die Arbeit zu stürzen: "Sie haben mit mir einen miserablen Grußwortredner gewählt - deshalb komme ich gleich zum Inhaltlichen." Auf seiner Agenda für das erste Jahr befinden sich gleich mehrere Schwerpunkte, betonte er.

An erster Stelle stehe der Ausbau der Kinderbetreuung. Im Frühjahr wolle er sich dran machen, die internen Strukturen der Verwaltung, wo er auf sehr viele sehr engagierte Mitarbeiter getroffen sei, zu optimieren. Im Gemeinderat wolle er eine neue Stelle beantragen, die der Wirtschaftsförderung dienen soll. "Ein weiteres großes Thema ist die Haushaltskonsolidierung", betonte er. Wichtige Schritte seien bereits unter seinem Vorgänger Tobias Heizmann getätigt worden, doch es müssten weitere folgen. "Ich möchte erreichen, dass wir unsere Einrichtungen behalten können." Um Verbesserungen für den ÖPNV und den Schulbusverkehr möchte er sich ebenfalls kümmern. "Nehmen Sie mich beim Wort, dass ich in den nächsten acht Jahren alles tun werde, um mich für die Belange Schönaichs einzusetzen."

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