Ein Altar kehrt kurz zurück

Zum 600. Geburtstag von Mechthild von der Pfalz wird in Ehningen an eine Schenkung erinnert

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    Die Prachtseite ist die geöffnete Version des dreiflügeligen Altarbildes mit der Auferstehung Christi

Ein lang geplantes Projekt ist vor Kurzem in Erfüllung gegangen: Zum 600. Geburtstag von Mechthild von der Pfalz wurde der Ehninger Altar aus dem Jahr 1476 am Originalstandort in der Ehninger Kirche via Videoprojektion dem breiten Publikum gezeigt.

Artikel vom 02. Dezember 2019 - 17:24

EHNINGEN (red). Der Andrang zu dieser speziellen Führung war erfreulich groß, heißt es in einer Pressemitteilung. Im Namen des Ehninger Kirchengemeinderates begrüßte Alexander Reck das bunt gemischte Publikum. Mit Bilder, die auf eine Leinwand im Chorraum projiziert wurden, entführte die Referentin Petra Waschner auf eine Reise durch das Kunstwerk von 1476.

Der Ehninger Altar sei heute das einzige Kunstwerk, das ohne jeden Zweifel als Schenkung von Mechthild zu identifizieren sei und ein herausragendes Bildwerk aus dem späten Mittelalter in Süddeutschland. Er besticht durch eine vielschichtige theologische Symbolik und malerische Könnerschaft. Hergestellt wurde er in Rottenburg im Musenhof der Stifterin Mechthild von der Pfalz.

Das Original steht in der Stuttgarter Staatsgalerie

Die geschlossene Seite ist die Werktagsseite und der Verkündigung gewidmet. Sie stellt dar, wie der Engel Gabriel Maria verkündet, dass Maria bald ein göttlichen Kind bekommen wird. Die Prachtseite ist die geöffnete Version des dreiflügeligen Altarbildes. Diese wurde an Feier- und Festtagen gezeigt. Auf ihr ist die Auferstehung Christi in vielfältigen Facetten thematisiert.

Das Original ist in der Staatsgalerie Stuttgart zu betrachten. Es wurde 1902 an die Staatsgalerie verkauft, um die damalige Kirchensanierung zu finanzieren.

Nach der einstündigen Führung wurde noch zum gemütliche Ausklang im Kirchschiff zum Ständerling eingeladen, um die Gespräche weiter zu vertiefen. Auch konnte die eine oder andere Szene der Auferstehung nochmals am gerahmten Kunstnachdruck im Detail betrachtet werden.

Die Jubiläumsveranstaltung hatte auch eine weiteren guten Zweck: Insgesamt 725 Euro kamen an Spenden für die Renovierung des Gemeindehauses zusammen, heißt es abschließend.

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