"Natur nah dran" in Ehningen

Gemeinde gibt eigene Erfahrungen an neue NABU-Projektkommunen weiter

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    Die Vertreter der "Natur nah dran"-Kommunen in Ehningen auf einer Projektfläche, die 2018 angelegt worden ist Foto: red

Vielfältig, naturnah und damit auch insektenfreundlich: Rund 60 Vertreter der aktuellen "Natur nah dran"-Kommunen haben eine Schulung in Ehningen besucht. Denn die Gemeinde hat bereits Erfahrungen.

Artikel vom 17. Mai 2019 - 18:12

EHNINGEN (red). Neben einer theoretischen Einführung fand dabei eine Exkursion zu bereits naturnah umgestalteten Wildstaudenflächen und Wildblumenwiesen statt, die die Gemeinde Ehningen 2018 im Rahmen des Projektes "Natur nah dran" angelegt hatte. Die Teilnehmenden erhielten bei der Veranstaltung Anregungen und Tipps, wie im Siedlungsraum Lebensräume für Wildbienen, Distelfinken und Schwalbenschwänze geschaffen werden können.

Rüdiger Seifert gab seine Erfahrungen an die neuen Teilnehmer weiter: "Wir haben verschiedene Maßnahmen ausprobiert. Auf manchen Flächen hat es auf Anhieb richtig gut funktioniert, andere brauchen etwas länger", sagte der Leiter des Fachgebiets Grünflächen der Gemeinde. Das Entscheidende sei, viel Geduld mitzubringen. Und: "Wir haben von Anfang an die Bevölkerung einbezogen, beispielsweise über Artikel im Amtsblatt oder Info-Veranstaltungen."

"Hier in Ehningen sind wertvolle Wildpflanzenflächen entstanden, die sich im Laufe der Zeit immer weiter entwickeln werden. Für die Insekten zählt jeder Quadratmeter", sagte Carolin de Mattia vom NABU Baden-Württemberg. Bei der Anlage naturnaher Flächen gebe einiges zu beachten. "Zwar sehen beispielsweise einjährige Blühmischungen im ersten Jahr toll aus, müssen aber jährlich neu eingesät werden und verursachen daher in der folgenden Zeit mehr Arbeit." Die Teilnehmenden konnten sich bei der Schulung einen ersten Eindruck verschaffen, wie dauerhafte und dem Standort angepasste mehrjährige Blumenwiesen und Wildstaudenbeete angelegt werden.

13 Kommunen in diesem Jahr dabei

Zu Gast in Ehningen waren Mitarbeiter der Grünflächenämter, Stadtgärtnereien und Bauhöfe jener Kommunen, die 2019 für "Natur nah dran" ausgewählt wurden: Bad Krozingen, Dürnau, Eberdingen, Edingen-Neckarhausen, Engstingen, Ilsfeld, Kehl, Kornwestheim, Rottweil, Wiesloch, Lauchringen, Schwäbisch Hall und Sigmaringen.

Im Rahmen des Projekts nahmen die Verantwortlichen aus Ehningen zudem gemeinsam mit weiteren Vertretern der "Natur nah dran"-Kommunen aus dem Projektjahr 2018 an einem Workshop in Vaihingen an der Enz teil, der sich mit der Pflege der zuletzt angelegten Flächen beschäftigte. Auf den Arealen in Vaihingen war im letzten Jahr sowohl die Anlage als auch die erste Pflege von naturnahen Flächen demonstriert worden. Nun ging es darum, mögliche Fragen zu klären und unter Anleitung des Naturgartenplaners Reinhard Witt die Jungpflanzen weniger erwünschter Arten zu erkennen und zu entfernen, die sich möglicherweise zwischenzeitlich angesiedelt haben.

Natur nah dran
Das NABU-Projekt "Natur nah dran" wird gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft in Baden-Württemberg.
Ziel ist es, Städte und Gemeinden mit Rat und Tat dabei zu unterstützen, ihre Grünflächen im Sinne der Biodiversität umzugestalten.
Weitere Informationen unter der Adresse http://www.naturnahdran.de im Internet.

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