Frakturen im Alter nehmen zu

Chefarzt informiert auf Hauptversammlung des Kranken- und Altenhilfevereins Ehningen

Artikel vom 10. Mai 2019 - 18:06

EHNINGEN (red). Ein fachkundiger Vortrag zum Thema "Unfallmedizin im Alter" von Axel Prokop, dem Chefarzt der Unfallchirurgie am Sindelfinger Krankenhaus, stand in der vergangenen Woche bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Krankenpflege- und Altenhilfeverein Ehningen auf dem Programm.

Eingeladen hatte zur Versammlung des 381 Mitglieder zählenden Vereins der Vorsitzende Bürgermeister Claus Unger ins Ehningen Rathaus. Nach den üblichen Berichten von Kassier, Schriftführer und Vorsitzenden begrüßte Axel Prokop die Gäste und dankte für die Plattform, sich in Ehningen präsentieren zu dürfen.

"Die Lebenserwartung steigt permanent. So kann ein heute geborenes Mädchen mit einer Lebenserwartung von rund 100 Jahren rechnen", berichtete Prokop. Doch die Kehrseite der Medaille bedeute auch, dass gerade im hohen Alter die Frakturen wie Oberarmkopfbruch, Wirbelkörper- oder Oberschenkelhalsbruch sehr stark zunehmen würden. Diesen zahlreichen zusätzlichen Patienten habe sich die Medizin zu stellen. Das Klinikum Sindelfingen hat diese Vorzeichen frühzeitig erkannt und sich vom TÜV als "Alters TraumaZentrum" für die Altersunfallchirurgie erfolgreich zertifizieren lassen.

Ehrenamtliche Patientenbegleiter unterstützen die Patienten

Wesentliches Element ist hierbei, die Patienten bereits ab der Aufnahme im Klinikum mit Unfallchirurgen, Geriatrie-Spezialisten und Psychologen, vielen unterschiedlichen Therapeuten und besonders geschulten Schwestern gemeinsam zu betreuen. In einem neuen Projekt werden auch ehrenamtliche Patientenbegleiter eingesetzt, die die Patienten während ihres Aufenthaltes unterstützen.

Nach anfänglichen 40 Patientenbegleitern kann der Klinikverbund aktuell auf 69 Patientenbegleiter bauen. Weitere Interessierte seien jederzeit willkommen. Das Konzept "Hilfe für mehr Selbständigkeit - Rückhalt für Senioren" müsse weiterhin nachhaltig betrieben werden.

Abschließend plädierte Axel Prokop für das neue Flugfeldklinikum und genauso für den Erhalt der Klinikstandorte Leonberg und Herrenberg. Medizinische Synergien seien unumgänglich, denn nur so seien Klinikstandorte am Leben zu erhalten. Auch über die Probleme in den Notaufnahmen berichtete der Professor: "Mit fünf neuen Stellen am Klinikum Sindelfingen wird hier der Aufbau gefördert."

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