Pause für die Ehninger Faschingsbälle

TSV-Fußballer sagen Entabruaterball und Rosenmontagsball für dieses Jahr ab - Vereine arbeiten am gemeinsamen Neustart

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    Gute Stimmung war beim Entabruaterball garantiert - 2019 fällt die Fete aus Foto: hos/Archiv

Artikel vom 03. Januar 2019 - 17:30

Von Kevin Hummel

EHNINGEN. Laute "Quak Quak"-Rufe dürfte es dieses Jahr in Ehningen weniger geben. Denn die traditionellen TSV-Tanzbälle am Faschingssamstag und Rosenmontag finden 2019 nicht statt - keine leichte Entscheidung für das Organisatorenteam um Uwe Bengel. Schließlich veranstalten die Ehninger Fußballer den Rosenmontagsball seit gut 40 Jahren und den Entabruaterball seit 23 Jahren. Eine Tradition, auf die man nur ungern verzichtet. Aber die Finanzlage hat sich in letzter Zeit problematisch entwickelt.

"Bis vor fünf Jahren war die Hütte immer voll", berichtet Uwe Bengel. Dann hätten die Besucherzahlen auf dem Entabruaterball abgenommen. Die Bestuhlung für 800 Besucher wurde bei weitem nicht mehr gedeckt. Auch der Ball am Montag, der zu besten Zeiten nach einer Woche ausverkauft war, schwächelte in den letzten Jahren. "2017 kamen wir noch auf die Null, 2018 hatten wir dann einen klaren Verlust zu verzeichnen", muss der 57-jährige Ehninger schweren Herzens zugeben. Trotz "postiver Rückmeldung für die neue Stimmungsband und die überarbeitete Gestaltung" wurden die Kosten 2018 nicht gedeckt. Gründe dafür gab es einige.

Die zunehmende Sicherheitsauflagen und Verordnungen machten den Organisatoren zu schaffen. Einschränkung der Ausschankzeit, höhere Ausgaben für das Sicherheitspersonal und die Bezahlung für die Partybands sprengten letztendlich das Budget. "Vor allem unsere jungen Besucher bemängelten die verkürzte Ausschankzeit und übten offen Kritik über Soziale Netzwerke", so der Organisator. Die vielen Umzüge und Abendveranstaltungen, die jährlich gleichzeitig um Besucher werben, machten den Wettbewerb nicht einfacher. "Mit dem Resultat 2018 war klar, dass wir uns einige Gedanken machen müssen." Dann fiel die Entscheidung: Keine Faschingsbälle 2019. Doch für 2020 gibt es Hoffnung.

Optimismus für 2020 nach Treffen im Dezember

Im Dezember kamen Vertreter verschiedener Ehninger Vereine zusammen. "Auch Kritiker und Interessierte waren eingeladen" und haben laut Bengel zu einer "vielversprechende Diskussion beigetragen". In Zukunft will die Fußballabteilung enger mit den anderen Faschingsgruppen zusammenarbeiten und ein neues Konzept auf die Beine stellen. Auch die Gemeinde soll frühzeitig in die Planung einbezogen werden, um Auflagen und Regularien im Voraus klar zu kommunizieren. "Wir wollen uns auf eine statt zwei Veranstaltungen konzentrieren und einen passenden Tag dafür finden", sagt Bengel. Der 57-Jährige ist zuversichtlich und hofft, dass sich möglichst viele Mithelfer einbringen. "Wir sind offen für jede Kritik und dankbar für jede Unterstützung, damit wir ab 2020 wieder an die lange Tradition anknüpfen können."

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