Eine Maschine läuft heiß

Die Ausbildungsgruppen von fünf Feuerwehren im Kreis übten im Ehninger Sägewerk Keck den Ernstfall

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    Es qualmt im Sägewerk Keck. Die Feuerwehren machen sich in Ehningen fit für den Ernstfall Foto: red

Insgesamt vier gemeinsame Übungsdienste absolvierten die Ausbildungsgruppen der Feuerwehren aus Aidlingen, Deckenpfronn, Ehningen, Gärtringen und Grafenau in diesem Jahr. Am Samstag fand eine große Abschlussübung im Ehninger Sägewerk der Firma Keck statt.

Artikel vom 25. Oktober 2016 - 13:42

EHNINGEN (red). Die Karriere eines Feuerwehrmannes beginnt meist gleich: Mit 17 Jahren können interessierte Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr ihrer Heimatgemeinde beitreten. In einem ersten Ausbildungslehrgang, der umgangssprachlich die "Grundausbildung" genannt wird, bekommen die frisch gebackenen Floriansjünger dann das nötige Rüstzeug für den aktiven Einsatzdienst. Ihr angegliedert finden weitere Ausbildungen wie beispielsweise der Lehrgang zum Sprechfunker oder zum Atemschutzgeräteträger und abschließend der Truppführerlehrgang statt.

Zwischen den einzelnen Ausbildungslehrgängen ist zudem eine Standortausbildung vorgeschrieben, die, über zwei Jahre verteilt, mehrere Stunden umfassen muss. Um dieser Erfordernis nachzukommen und um die Vernetzung der jungen Einsatzkräfte untereinander auch gemeindeübergreifend aktiv voran zu treiben, wurden von Kreisbrandmeister Guido Plischek mehrere Ausbildungsbezirke im Landkreis Böblingen definiert. Auch die Einheitlichkeit der Standortausbildung soll hierdurch angestrebt werden.

Menschenrettung über die Steckleiter

Der Ausbildungsbezirk der Feuerwehren aus Aidlingen, Deckenpfronn, Ehningen, Gärtringen und Grafenau entwickelte eigenständig hierzu einen Jahresplan mit insgesamt vier Übungsdiensten, an denen das Thema Brandbekämpfung geschult wurde. Hierzu wurde der Löschangriff, der Umgang mit tragbaren Leitern und die Personenrettung geübt - jeweils in einer anderen Gemeinde.

Am vergangenen Samstag fand dann die Jahresabschlussübung des Ausbildungsbezirks im Ehninger Sägewerk der Firma Keck statt. Durch eine heiß gelaufene Maschine in der Sägehalle bricht dort ein Feuer aus, welches schnell um sich greift. Bereits beim Eintreffen des Einsatzleiters ist eine starke Rauchentwicklung zu erkennen, welche einer Person den Fluchtweg durch das Treppenhaus unmöglich macht.

Im Fahrzeug, das zuerst eintrifft, sitzt Zugführer Jürgen Wohlbold, der die Übung geplant hat und die Einsatzleitung für die Nachwuchskräfte übernimmt. Er verteilt an die insgesamt vier nachrückenden Löschfahrzeuge und an den Teleskopmasten die Einsatzaufträge: "Menschenrettung über eine Steckleiter sowie Brandbekämpfung über mehrere Rohre und das Wenderohr" lautet sein Befehl.

Insgesamt haben sich 40 Teilnehmer zur Übung eingefunden, darunter zwei junge Frauen. Eine von ihnen ist Christina Claß aus Gärtringen. Die 18-jährige Feuerwehrfrau war zuvor bereits in der Jugendfeuerwehr und findet die gemeinsamen Ausbildungstreffen gelungen. "Es macht Spaß, auch mit den Kameraden umliegender Wehren in Kontakt zu kommen - und lernen tut man dabei auch etwas", resümiert die junge Feuerwehrfrau, die bei der Übung als Angriffstrupp eine Person über die Steckleiter gerettet hat. Auch ihr gleichaltriger Kamerad Daniel Berner aus Grafenau bezeichnet die abgehaltene Übung als "realitätsnah und zielbringend für die Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren". Bei der Übung kümmerte er sich als Schlauchtrupp mit um die Wasserversorgung aus der durch das Werksgelände verlaufenden Würm.

Belohnt wurden der Ehrgeiz und die gute Leistung zum Abschluss mit einer Stärkung, ehe die Fahrzeuge den Heimweg antraten. Im kommenden Jahr, so die Ausbilder, soll dann das Thema Technische Hilfeleistung im Vordergrund stehen.

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