Faires Beschaffungswesen

Nach Aidlingen, Böblingen und Sindelfingen ist auch Ehningen dabei

Von Matthias Weigert

Artikel vom 15. Mai 2013 - 15:36

EHNINGEN. Bei künftigen Ausschreibungen und Beschaffungen finden bei der Gemeinde Ehningen grundsätzlich nur Produkte Berücksichtigung, die ohne ausbeuterische Kinderarbeit im Sinne der Konvention der Vereinten Nationen hergestellt wurden. Dies beschloss der Ehninger Gemeinderat am Dienstagabend einstimmig.

Diese Forderung muss durch ein eine entsprechende Zertifizierung oder Selbstverpflichtung erfüllt sein und und nachgewiesen werden. Konkret geht es um Produkte wie Sportartikel- und Bekleidung, Spielwaren, Teppiche und Textilien, Leder- und Holzwaren, Agrarprodukte wie Kaffee und Tee sowie Natursteine. Außerdem sollten Waren aus regionaler, möglichst ökologischer Produktion anderen Waren in der Regel vorgezogen werden. Die Gemeinde beabsichtigt außerdem ihre Friedhofsordnung zu ändern. Künftig sollen nur Grabsteine und Grabeinfassungen verwendet werden dürfen, die nachweislich aus fairem Handel stammen und ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt sind. Die Anforderungen an diesen Nachweis sollen in der Friedhofsordnung festgelegt werden. Möglich wird dies erst durch eine jüngst erfolgte Gesetzesänderung der Landesregierung, auf die unter anderen auch der Aidlinger Bürgermeister Ekkehard Fauth in einem Schreiben an Ministerpräsident Kretschmann hingewirkt hatte. Die Heckengäu-Gemeinde ist bereits einen Schritt weiter als die Gemeinde Ehningen und bereits als Fairtrade-Kommune zertifiziert. Auch Böblingen und Sindelfingen sind auf gutem Weg. Die Gemeinderäte haben ähnlich lautende Beschlüsse gefasst wie die Ehninger Ratsrunde.

Vorbehalte in Sachen Grabsteine äußerten allerdings die Ehninger Gemeinderäte Rainer Klein (CDU) und Uta Stachon (Allgemeine Bürgerschaft). Sie werten die Anstrengungen als Bevormundung von Bürgern in emotional schwieriger Lage.

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