Folgerichtig

Kommentar

Artikel vom 13. September 2020 - 12:42

Von Jan-Philipp Schlecht

Am Ende ging alles ziemlich schnell. Am 5. September deckte die Kreiszeitung die E-Mail-Affäre innerhalb der Kreis-CDU auf, bereits eine Woche später trat der unter enormen Druck geratene Kreisvorsitzende Michael Moroff mit sofortiger Wirkung zurück. Der Schritt ist folgerichtig. Auch wenn die juristische Aufarbeitung noch aussteht, schon jetzt wirft der gesamte Vorgang ein sehr zweifelhaftes Licht auf Michael Moroff. Als selbstständiger IT-Berater muss er gewusst haben, was er tat, als er am späten Abend des 17. März die Sicherheitsbarrieren von Matthias Kauffmanns E-Mail-Postfach überwand. Seine späteren Erklärungsversuche wirken daher unglaubwürdig. Mehr als unglaubwürdig wäre er auch als Kreisvorsitzender gewesen. In dieser Position vertritt er nicht nur die ehrenamtlichen Parteimitglieder im Kreis, er steht auch für konservative Werte wie Vertrauen und Rechtsstaatlichkeit. Wer aber heimlich in den E-Mail-Postfächern anderer Parteimitglieder herumschnüffelt, hat das Vertrauen der Partei verspielt. Mit seinem Rücktritt ermöglicht Moroff der CDU einen Neuanfang. Richtig so.

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