Humor: Im Autokino fröhlich der Handysucht frönen

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    Eingeshaltete Handys stören beim Autokino nicht. Dafür gibt es andere Nerv-Faktoren. Fotos: STS

Artikel vom 30. Mai 2020 - 10:00

BÖBLINGEN(edi). „Bitte Handy ausmachen!“, heißt es, bevor im Kino der Film los geht. Das gehört sich so. Wer will schon von gleißendem Display-Licht abgelenkt werden, weil neben einem die grell geschminkte Hobby-Influencerin aus der 10b gerade ihren Facebook-Status posten muss? Und wer braucht schon den superwichtigen Abteilungsleiter, der mitten während der romantischsten Kussszene noch irgendeinen Mitarbeiter am Telefon zur Schnecke machen muss? Solche Momente bleiben uns dank Corona derzeit erspart. Stattdessen gehen wir ins Autokino – zum Beispiel auf dem Flugfeld. Dort können wir endlich wieder fröhlich unserer Handy-Sucht nachgehen. Stören tun wir damit nur uns selbst und vielleicht noch den bemitleidenswerten Film-Fan auf dem Beifahrersitz, der für unseren angeregten Whatsapp-Chat mit der Babsi im Auto hinter uns komischerweise kein Verständnis hat. Stattdessen gibt es im Autokino ganz andere Störfaktoren. Zum Beispiel eine eingeschaltete Innenbeleuchtung, weil im Wagen vorne jemand seine Nachos mit Käsesoße über der Mittelkonsole ausgeleert hat. Oder plötzlich aufleuchtende Frontlichter, weil der Mercedesfahrer hinter uns nur kurz mal checken will, ob seine Batterie noch genug Saft hat. Trotzdem ist das alles viel besser als Netflix oder Amazon Prime auf dem Sofa. Warum? Für Filmliebhaber gibt es darauf nur eine Antwort: Weil Kino einfach das Größte ist – egal ob im Plüschsessel oder auf dem Autositz.
(Aus unserer Samstagskolumne "Bonbons")

 

 

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