Radschnellweg zwischen Böblingen und Ehningen ist fertig

Die Verbindung für rund 1,7 Millionen Euro ist seit rund zwei Wochen befahrbar. Landesverkehrsminister Hermann weihte die Strecke mit Böblingens Oberbürgermeister und Ehningens Bürgermeister digital ein und bezeichnet den Weg als "Rückgrat der Rad-Infrastruktur"

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    Radler nutzen den Schnellweg bereits. Foto: STS

Artikel vom 28. Mai 2020 - 06:30

BÖBLINGEN/EHNINGEN (red). Der Radschnellweg zwischen Böblingen und Ehningen ist für Radler freigegeben - und wird bereits rege in Anspruch genommen. Die feierliche Eröffnung des rund 1,69 Millionen Euro teuren zweiten Teilstücks fand aufgrund der Corona-Krise auf digitalem Wege statt. Per Videobotschaft durchschnitten Verkehrsminister Winfried Hermann und Bauherr Roland Bernhard, Landrat des Landkreises Böblingen, gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Stadt Böblingen, Stefan Belz und seinem Amtskollegen Lukas Rosengrün, Bürgermeister von Ehningen, symbolhaft das grüne Band und gaben die Strecke - gemeinsam mit Peter Grotz, Kreisvorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club, Landesverband Baden-Württemberg (ADFC) - für den Radverkehr frei.

"Der Landkreis Böblingen baut seine Vorreiterrolle in Sachen Radschnellverbindungen in Baden-Württemberg weiter aus", freute sich am Mittwoch Landesverkehrsminister Hermann. Mit der Fertigstellung des rund zwei Kilometer langen Streckenabschnitts zwischen Böblingen und Ehningen setze der Landkreis den zweiten Abschnitt des Radschnellweg-Projekts in der Region Stuttgart konsequent um, betonte Hermann. Minister Hermann: "Diese Verkehrsachse ist das Rückgrat der Radinfrastruktur im Landkreis Böblingen und Teil des Radnetz Baden-Württemberg".

Radschnellwege sind qualitativ hochwertige, direkt geführte und leistungsstarke Radverkehrsverbindungen zwischen Kreisen und Kommunen. In der Regel fördern das Land und der Bund diese Verbindungen mit insgesamt bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten in Planung und Bau. Minister Hermann sagte: "Mit Blick auf das Radschnellweg-Projekt in der Region Stuttgart danke ich allen Beteiligten im Landkreis Böblingen für ihr unermüdliches Vorangehen. Ich freue mich, dass bereits der zweite Streckenabschnitt der Verbindung eröffnet werden kann."

Am Bauvorhaben hatte sich Baden-Württemberg mit 50 Prozent beziehungsweise rund 800 000 Euro beteiligt. Landrat Bernhard sagte: "Ich danke dem Land für die großzügige Unterstützung. Stück für Stück soll der Radschnellweg wachsen, sodass ein schnelles und kreuzungsarmes Vorankommen innerhalb des Landkreises sowie in Richtung Landeshauptstadt möglich wird." Der Landkreis Böblingen setze sich auch weiterhin dafür ein, neue Radinfrastruktur bereitzustellen und das Radfahren noch attraktiver zu machen, betonte Bernhard und verwies bereits auf den nächsten Streckenabschnitt, der von Ehningen nach Gärtingen führt. "Für diesen Abschnitt hat das Landratsamt Böblingen die Planungsleistungen bereits beauftragt."

Insektenfreundliche LED-Beleuchtung

Der Spatenstich für den Bauabschnitt zwischen Böblingen und Ehningen war im September 2019 erfolgt. Die Baumaßnahmen haben den bestehenden Radweg verbreitert und ebener gestaltet, Höhenunterschiede im Streckenverlauf wurden reduziert. Insbesondere die Sicherheit und Attraktivität für Berufspendler und Schülerverkehre standen im Mittelpunkt der Baumaßnahmen: Die Strecke ist nun mit einer insektenfreundlichen LED-Beleuchtung ausgestattet.

Der Oberbürgermeister von Böblingen, Stefan Belz, unterstrich: "Wir schaffen eine radverkehrsfreundliche Infrastruktur, um immer mehr Menschen für den Umstieg auf das Fahrrad zu begeistern. Das ist aktiver Klimaschutz. Zügiges Vorankommen und Sicherheit sind bei der Wahl des Verkehrsmittels entscheidende Faktoren." Ehningens Bürgermeister Lukas Rosengrün stellte die Bedeutung der Radverbindung für die Gemeinde und den Gewerbestandort heraus: "Der neue Radschnellweg macht es attraktiver sowohl in der Freizeit, als auch für den Weg zur Arbeit, das Fahrrad oder Pedelec zu nutzen und einen Beitrag für den Klimaschutz im Landkreis Böblingen zu leisten."

Als einen Meilenstein auf dem Weg zu einem Radverkehrsanteil von 20 Prozent bezeichnete Peter Grotz, Kreisvorsitzender des ADFC Baden-Württemberg, den Streckenabschnitt. Grotz sagte: "Zwanzig Prozent Radverkehrsanteil im Landkreis erreichen wir nur, indem wir mehr Berufspendler zum Umstieg aufs Fahrrad bewegen."

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