Wertstoffhöfe: Umweltminister dankt Müllwerkern

Minister Franz Untersteller besucht den Wertstoffhof auf der Böblinger Hulb und macht sich ein Bild von der Lage - Schokolade für die Mitarbeiter

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    Minister Franz Untersteller (2.v.l.) besucht den Wertstoffhof auf der Böblinger Hulb und trifft Werkleiter Thomas Koch (2.v.r.) Foto:Eibner/Bürke

Artikel vom 18. Mai 2020 - 18:23

Von Jan-Philipp Schlecht

BÖBLINGEN. Als der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) gerade zu seiner Dankesrede auf dem Wertstoffhof ansetzt, kracht im Hintergrund eine Schrankwand in den Container. Auf dem Müll-Umschlagplatz auf der Böblinger Hulb herrscht reges Treiben. Untersteller ist eigens angereist, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. Die 31 Wertstoffhöfe im Kreis Böblingen waren in den vergangenen Wochen häufig an der Belastungsgrenze. Bedingt durch die Corona-Pandemie stiegen die Besucherzahlen sprunghaft an, viele Menschen nutzten die Zeit zuhause, um kräftig zu entrümpeln.

In der Landeshauptstadt sei das Müllaufkommen auf den Wertstoffhöfen um 30 Prozent nach oben gegangen, sagte Untersteller. "Die Leute hatten Zeit, ihren Keller oder Speicher auszumisten." Ein ähnliches Bild zeigte sich auch im Kreis Böblingen, wo die Wertstoffhöfe im Gegensatz zu Stuttgart alle geöffnet blieben oder ihre Zeiten sogar ausweiteten.

Entsprechend gefordert waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf den Höfen, da sie die Massen in Zaum halten mussten. Vielerorts kam es zu langen Schlangen. Auf der Hulb sperrte man die Hanns-Klemm-Straße vor dem Hof und leitete den Anlieferverkehr in einer Schleife über die Wolf-Hirth- und Otto-Lilienthal-Straße. Ansonsten wäre es an der Kreuzung Dornierstraße zu Stauungen gekommen.

"In der letzten Zeit wurde viel darüber gesprochen, was systemrelevant ist und was nicht", sagte der Minister im Beisein von Landrat Roland Bernhard, dem Ersten Landesbeamten Martin Wuttke, Werkleiter Thomas Koch und Mitarbeitern des Hofs. "Doch dabei denkt man zuerst an Wasser oder Strom. Allerdings gehört auch die Abfallwirtschaft zur Grundversorgung der Bevölkerung." Deshalb sei er gekommen, um den Mitarbeitern seinen Dank auszusprechen und mit einer Tafel Ritter Sport den Tag zu versüßen.

Kreis Böblingen hat landesweit höchste Wertstoffhof-Dichte

Beim anschließenden Rundgang über den Wertstoffhof zeigte Mitarbeiter Mustafa Durmus dem Minister die Müllstationen, an denen in gewohnter Manier die Kartonagen zerquetscht und Plastikfolien fein säuberlich von Kunststoffflaschen getrennt wurden. "Wir haben im Kreis Böblingen 26 Städte und Gemeinden, aber sogar 31 Wertstoffhöfe", sagt Landrat Bernhard. "Das ist meines Wissens Rekord im Land." Der Minister widersprach nicht.

Künftig wolle man aber darauf hinwirken, auch die Wertstofftonne noch stärker in den Fokus zu rücken, sagte Landrat Bernhard. Sie koste zwar extra, erspare aber den Weg zum Wertstoffhof. Aktuell fordert die CDU-Fraktion im Kreistag, durch eine Senkung der Gebühren die orange Tonne stärker zu fördern.

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