Junge Forscher trotzen Corona

Virtuelle Robotics-Aktivitäten des IBM Klubs Böblingen "gehen auch während Pandemie weiter

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    Wie die Profis: Die Roboter-Programmierer de IBM-Klub treffen sich derzeit per Computer, um an ihren Aufgaben zu tüfteln Foto: red

Artikel vom 12. Mai 2020 - 13:12

BÖBLINGEN (red/dud). Wie bei vielen anderen Vereinen, Sport- und Kultureinrichtungen sind auch die Aktivitäten des IBM Klub Böblingen durch die Corona-Pandemie stark beeinträchtigt. Entsprechend den behördlichen Anordnungen und dem Schutze der Gesundheit, ist auch der IBM Klub geschlossen - heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Sparte "Technikgeschichte und Robotics" beschloss noch im Herbst 2019, im Jahr 2020 an den internationalen Roboterwettbewerben der World Robotics Olympiad (WRO) teilzunehmen. Seit Januar traf sich jede Woche eine Gruppe von Kindern mit ihren Betreuern im IBM Klub zur Vorbereitung auf den Wettbewerb. Dabei ging es um ein Konzept für die Konstruktion eines Roboters und eines für die Lösungen der insgesamt fünf Teilaufgaben zu entwickeln.

Der Prototyp stand und dann kam das Corona-Virus

Die Aufgabenstellung für die Altersklasse "Junior" lautete in diesem Jahr: Ein Schneesturm hat eine Stadt getroffen, die bisher nie mit winterlichen Wetterbedingungen zu tun hatte. Die Bevölkerung ist nicht vorbereitet. Autos sind auf der Straße liegen geblieben und Glatteis macht die Straßen rutschig. Die Stadtverwaltung hat einen "Climate Squad" zur Unterstützung gerufen, um die Probleme zu beseitigen. Die Aufgabe der Kinder war es, einen Roboter zu bauen, der den Ursprungszustand wiederherstellen kann. Der Roboter muss also Schnee schieben, liegengebliebene Autos bergen und Streugut auf der Straße verteilen - ohne Häuser oder Bäume zu beschädigen.

Mit großem Eifer waren die drei Teammitglieder Tabea, Dion und Marvin bei der Sache. Ein erster Prototyp des Roboters war bald gebaut. Er war in der Lage, den Schnee aufzunehmen und auch aufzuladen. Dann plötzlich kam die Corona-Krise. Nichts war mehr wie vorher und regelmäßige Treffen im IBM Klub waren untersagt.

Zusammen mit den Kindern wurde beschlossen, das Projekt nicht aufzugeben. Nun treffen sie sich virtuell. "Unser Spartenvorstand stellt uns für die wöchentlichen Treffen die Nutzung seiner Infrastruktur zur Verfügung. Die Teammitglieder und die beiden Betreuer können sich online treffen", erklärt Manfred Gnirss von der IBM-Sparte "Technikgeschichte und Robotics".

Jedes Teammitglied hat einen Laptop und einen eigenen Roboter. Alle können sich so zuhause am Bau und der Programmierung des Roboters beteiligen. Die regelmäßigen Treffen werden nun einfach per Web-Session durchgeführt, so wie es inzwischen auch viele Firmen machen. "Es ist für alle Beteiligten ungewohnt, aber wir haben es ausprobiert und uns recht gut arrangiert", bilanziert Gnirss zufrieden. Das Projekt habe ohnehin nur so die Chance, weitergeführt zu werden. Die gemeinsame wöchentliche Web-Session diene der Abstimmung, dem Erfahrungs- und Ideenaustausch sowie dem Zusammenführen der Teilergebnisse.

Wenig überraschend habe inzwischen der in Deutschland zuständige Veranstalter der WRO alle Wettbewerbe 2020 abgesagt. Die jugendlichen Robotics-Forscher werden ihr Tun dennoch nicht einstellen, wie Manfred Gnirss verdeutlicht: "Wir machen weiter! Die Kinder arbeiten an den Lösungen, weil es Sinn und Spaß macht, sich mit Technik und den kniffligen Aufgaben zu beschäftigen. Wir sind gespannt, welche Lösungswege sich als erfolgreich erweisen und als Gesamtlösung unseres Teams präsentiert werden können."

Nachdem offizielle Veranstaltungen und der Abschlusswettbewerb Corona zum Opfer gefallen ist, denken die Organisatoren des IBM-Klubs darüber nach, im Herbst eine eigene Veranstaltung in Böblingen auf die Füße zu stellen. Ziel sei es, die Ergebnisse ihrer Arbeit vorzustellen.

Informationen zur Sparte Technikgeschichte und Robotics des IBM Klubs gibt es unter: https://http://www.ibmklub-bb.de/
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