Dekan distanziert sich von der Narrentaufe

Pfarrerin entschuldigtsich im Gottesdienst

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    Bernd Liebendörfer

Artikel vom 24. Februar 2020 - 14:42

BÖBLINGEN (red/mis). Am 16. Februar fand in der Martin-Luther-Kirche in Böblingen ein Narrengottesdienst statt. Im Rahmen des Gottesdienstes gab es, wie berichtet, auch eine Narrentaufe. Der evangelische Dekan Bernd Liebendörfer distanziert sich jetzt in einer Pressemitteilung von dieser Aktion.

Dieser Vorgang, heißt es in dem Schreiben, habe viele Menschen "verwirrt und verärgert". Viele zweifelten an der evangelischen Kirche. In der Kreiszeitung stieß der Narrengottesdienst auf unterschiedliche Resonanz: In Leserbriefen gab es sowohl Kritik wie auch Lob dafür.

Pfarrerin Eva Schury, die den Narrengottesdienst hielt, habe sich am vergangenen Sonntag bei ihrer Gemeinde entschuldigt, teilt die Kirchenverwaltung mit. "Geplant war an dieser Stelle ein Schabernack", so die Pfarrerin. Sie hätte nicht genau gewusst, was auf sie zukommen würde. Es tue ihr sehr leid, dass sie nicht rechtzeitig erkannt habe, wo die Grenze für andere überschritten ist. Eva Schury verweist jedoch darauf, dass bei dieser Aktion keinerlei taufähnliche Worte gesprochen worden seien. Auch das Taufbecken sei nicht benutzt worden.

Dekan Bernd Liebendörfer äußert, dass er froh sei über diese Erklärung der Pfarrerin. Ihm sei mehrfach vorgeworfen, dass er solch eine Aktion zugelassen oder gar genehmigt habe. Liebendörfer verweist darauf, dass er vorab nichts davon gewusst habe. "Pfarrer arbeiten sehr eigenständig. Sie legen dem Dekan nicht vorab vor, was sie machen wollen", so Liebendörfer. Er stellt in der Presseerklärung klar, dass dies nicht seine Akzeptanz gefunden hätte. "Diese Aktion war sicherlich nicht in Ordnung. Bei allem Verständnis für Fasching und Fröhlichkeit müssen wir als Kirche ganz klar auf der Linie bleiben, dass wir Zeugen Christi in der Welt sind", schreibt der Dekan abschließend.

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