Wo wird die Böblinger Feuerwehr in Zukunft ihren Standort haben?

Skepsis vor Schönbuchbahn-Neustart am 15. Dezember: Bahnübergang Tübinger Straße bereitet Sorgen

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    Die Böblinger Feuerwache am Röhrer Weg (Bildmitte) wird zu klein Foto: Bischof/Archiv

Artikel vom 06. Dezember 2019 - 13:36

Von Robert Krülle

BÖBLINGEN. Seit den 1970er-Jahren ist die Freiwillige Feuerwehr am Röhrer Weg im Böblinger Süden untergebracht. Doch die Einsatzkräfte brauchen mehr Platz, außerdem steht eine Sanierung ins Haus. Deshalb macht es Sinn, nach einem neuen Standort mit mehr Fläche zu suchen - zudem womöglich auch andere Rettungsdienste wie das Rote Kreuz zu integrieren. Doch wo könnte dieser Standort sein?

Die Verantwortlichen wollen im Vorfeld zuverlässig klären, welche Rahmenbedingungen exakt vorliegen, also wie viel Raum und welchen Flächenzuschnitt eine neue Wache tatsächlich bräuchte. Deshalb soll das Büro K-Plan, das bereits die Feuerwehrhäuser in Aidlingen, Herrenberg und Weil im Schönbuch umgesetzt hat, eine Voruntersuchung machen. 43 000 Euro kostet dieser Auftrag, dem der Technische Ausschuss des Böblinger Gemeinderats diese Woche grünes Licht gab. "Mit dieser fundierten Vorplanung wollen wir eine effiziente Standortsuche ermöglichen", erläuterte der städtische Gebäudemanager Timo Nußbaum.

Zusammenlegung mit Sindelfingen hätte einige Konsequenzen

Im Technischen Ausschuss kam zudem einmal mehr die Frage auf, ob perspektivisch eine Zusammenlegung mit Sindelfingen sinnvoll wäre - theoretisch ja, in der Praxis warten aber einige Fallstricke. "Beide Städte haben momentan gut funktionierende Freiwillige Feuerwehren mit vielen Ehrenamtlichen", erläuterte der Böblinger Kommandant Thomas Frech. Bei mehr als 100 000 Einwohnern sei aber eine Berufsfeuerwehr vorgeschrieben. "Dann verlieren wir natürlich viele Ehrenamtliche - will man das?" Außerdem sei das Gebäude der Sindelfinger Feuerwache noch zu jung, als dass sich ein neuer Standort lohne.

Ein anderes Problem treibt die Böblinger Feuerwehr derzeit viel mehr um. Wenn am 15. Dezember der Betrieb der Schönbuchbahn wieder startet, fährt der Zug neuerdings im 15-Minuten-Takt zwischen Böblingen und Holzgerlingen. Sprich: Der Bahnübergang an der Tübinger Straße ist häufiger geschlossen. "Wir rechnen mit 15 Minuten pro Stunde", sagte Frech, "das ist problematisch, denn bei rund 80 Prozent unserer Einsätze fahren wir auf dieser Strecke." Die Praxis werde zeigen, wie groß das Problem tatsächlich ist. "Ich habe aber Bauchschmerzen", betonte Thomas Frech.

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